Digitale Krankmeldung: Ab 2021 Realität in Deutschland

Digitale Krankmeldung: Aktuelle Grippewelle letzte mit AU-Schein

Nach dem Jahreswechsel beginnt für viele Unternehmen eine schmerzliche Phase. Denn in den Wintermonaten gibt es die meisten Krankmeldungen. Doch der Winter 2020 ist besonders: Zum voraussichtlich letzten Mal reichen Mitarbeiter AU-Scheine ein, wenn sie sich krankmelden. Ab 2021 kommt die digitale Krankmeldung. Was Personaler jetzt wissen müssen.

Winter is coming. Der Winter naht. Drei Worte, die je nach Kontext eine vollkommen andere Bedeutung haben. Wenn Fans der Serie “Game of Thrones” diesen Satz hören, wird ihnen ganz warm ums Herz. Schließlich lautete so der Titel der ersten Episode dieser blutrünstigen Fantasy-Show, die weltweit Millionen in den Bann zog.

Anders in der Personalwirtschaft. Fallen dieselben drei Worte hier, sieht man schon die nächste Grippewelle anrollen. Denn in den Wintermonaten Januar, Februar und März ist der Krankenstand in den meisten Unternehmen überproportional hoch. Gründe dafür gibt es viele: Influenzaviren sind bei niedrigeren Temperaturen stabiler, die Schleimhaut ist bei trockener Luft anfälliger. Und weil sich Menschen zur kalten Jahreszeit mehr in Gebäuden aufhalten und weniger gelüftet wird, finden die Viren optimale Bedingungen vor.

Digitale Krankmeldung macht Papier überflüssig

Die aktuelle Grippewelle ist allerdings eine besondere: Zum letzten Mal müssen Mitarbeiter im Krankheitsfall Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen an ihre Arbeitgeber schicken. Ab Anfang 2021 soll ein elektronisches Meldeverfahren das aktuelle - oft noch analoge - Prozedere ablösen.

Wer sich bisher vom Arzt krankschreiben lässt, bekommt eine dreiteilige Bescheinigung auf gelbem Papier - daher auch der Name “gelber Schein”. Ein Teil der Ausfertigung bleibt beim Arbeitnehmer, ein weiterer geht an die Krankenkasse. Den dritten Teil muss der krankgeschriebene Mitarbeiter bislang dem Arbeitgeber übermitteln. Das geschieht oft noch auf dem Postweg. Einige Firmen nutzen allerdings bereits eine HR-Software, bei der die Krankmeldung via Smartphone abfotografiert und an den Arbeitgeber übermittelt wird.

Unternehmen sollen durch Entbürokratisierung entlastet werden

Grund für die Neuerung ist ein Reformvorstoß von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der mit seinem Bürokratieentlastungsgesetz III (BEG III) der deutschen Wirtschaft unter die Arme greifen will. Das klingt zwar in der Theorie gut, aber was bedeutet das für die Praxis? Oder anders gefragt: Auf welche Veränderungen müssen sich Arbeitgeber und Personaler in Zukunft einstellen?

Die wichtigsten Änderungen:

Kein Papier mehr: Laut Gesetzentwurf des BEG III soll es ab 2021 keine Krankschreibungen mehr auf Papier geben. Für den Arbeitnehmer in der Arztpraxis bedeutet das: Er bekommt keinen “gelben Schein” mehr in die Hand gedrückt. Rezepte und Überweisungen wird es dagegen bis auf Weiteres in Papierform geben.

Krankmeldung digital: In Zukunft übermittelt der Arzt das Attest direkt an die Krankenkasse. Der Arbeitnehmer selbst muss dann nichts mehr tun. Auch wenn er seine Krankmeldung verlängern muss - also eine Folgebescheinigung benötigt - hat er keine organisatorischen Verpflichtungen. Auch dann übermittelt der Arzt die Infos digital an die Krankenkasse.

Attest an Arbeitgeber: Die Krankenkassen wiederum sollen den Arbeitgeber elektronisch über die Dauer der Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters informieren bzw. kann der Arbeitgeber die Informationen über ein elektronisches System abrufen.

Digitale Infrastruktur: Laut BEG III werden alle Vertragsärzte bis 1. Januar 2021 flächendeckend an die sogenannte Telematikinfrastruktur angebunden sein. Dabei handelt es sich um eine elektronische Vernetzung aller Beteiligten im Gesundheitswesen.

Krankmeldung abrufen: Über welche Plattform oder Datenbank Unternehmen die Krankmeldungen ihrer Mitarbeiter ab 2021 abrufen können, steht derzeit noch nicht fest.

Digitale Krankmeldung: HR-Software auch weiterhin unabdingbar

In vielen Firmen fragt man sich zurecht, wie die digitalen Krankmeldungen in Zukunft übermittelt bzw. abgerufen werden sollen. Was aber schon jetzt feststeht: Auch nach Abschaffung der AU-Bescheinigung brauchen Unternehmen eine HR-Software, um Krankmeldungen zu dokumentieren. Bei Kurzerkrankungen von ein, zwei Tagen gab es auch bisher keinen gelben Schein vom Arzt - trotzdem musste der Mitarbeiter seine Abwesenheit mitteilen und das Unternehmen diese Fehlzeit notieren.

HRworks: Digitale Krankmeldung mit oder ohne AU-Schein

In der Universal HR Software von HRworks können Sie schon jetzt Krankmeldungen in digitalisierter Form verwalten. Ihr Mitarbeiter fotografiert den gelben Schein einfach mit seinem Smartphone und lädt diesen in der Web App hoch. Doch auch wenn der gelbe Schein abgeschafft ist, brauchen Unternehmen ein Tool, um krankheitsbedingte Fehlzeiten festzuhalten. HRworks liefert dafür die optimale digitale Voraussetzung.

 

 

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