Stolz, Scham und Zweifel im Berufsalltag mit KI
Bei der Mehrheit der Befragten mit beruflicher KI-Erfahrung gehört Künstliche Intelligenz zur beruflichen Wochenroutine: 56 % nutzen sie täglich, fast täglich oder mehrmals pro Woche. 16 % setzen KI ungefähr einmal pro Woche ein. Nur 5 % haben KI bisher nur ein- oder zweimal beruflich genutzt.
KI wird über alle Beschäftigtengruppen hinweg genutzt: Zwischen Männern und Frauen zeigen sich nur wenige Unterschiede. Auch das Alter spielt nur eine geringe Rolle: Die jüngste und die älteste Altersgruppe nutzen KI ungefähr gleich häufig. Deutlich größer ist der Unterschied je nach Verantwortung im Job. Von den Beschäftigten mit Führungs- oder Projektverantwortung nutzen 67 % KI mindestens mehrmals pro Woche. Bei Arbeitnehmenden ohne diese Verantwortung sind es 46 %.
Viele Beschäftigte erleben KI vor allem als Arbeitserleichterung. 72 % erledigen ihre Aufgaben nach eigener Einschätzung schneller, 55 % bewerten ihre Ergebnisse als besser. 48 % bewältigen mit KI Aufgaben, die ihnen sonst schwergefallen wären. Gut ein Drittel berichtet außerdem von mehr Freude an der Arbeit durch KI.
KI verändert die Antwort auf die Frage, woran Beschäftigte Leistung festmachen. Zählt vor allem die Qualität eines Ergebnisses oder auch der Weg dorthin? 71 % der Befragten sagen, dass die Qualität einer Arbeit wichtiger ist als die verwendete Zeit oder die eingesetzten Hilfsmittel. In der Bewertung eines konkreten Falls zeigt sich jedoch ein anderes Bild.
Den Befragten wurde ein Vergleich präsentiert. Zwei Personen liefern ein qualitativ gleich gutes Arbeitsergebnis. Eine Person arbeitet vier Stunden ohne KI, die andere eine Stunde mit KI. 34 % bewerten die rein manuelle Arbeit als größere Leistung. 18 % sehen die effizientere, KI-gestützte Arbeit vorn. Nur 13 % halten beide Leistungen für gleichwertig. Weitere 11 % legen sich nicht allein anhand der Zeit fest. Für sie zählt, wie anspruchsvoll die Steuerung der KI durch den Arbeitnehmenden war.
Bei gleicher Qualität fällt das Urteil also unterschiedlich aus – am häufigsten zugunsten der längeren Arbeit. Der Einsatz von KI macht Leistung damit nicht automatisch weniger wert, aber erklärungsbedürftiger.
Wer KI regelmäßig nutzt, erlebt nicht nur mehr Erfolgsmomente. Auch die Zweifel werden stärker.
85 % der Befragten mit häufiger KI-Nutzung waren bereits stolz auf ein KI-gestütztes Arbeitsergebnis. Bei seltener Nutzung sind es nur 61 %. Stolz entsteht offenbar vor allem dann, wenn Beschäftigte ihren eigenen Anteil am Ergebnis erkennen: 81 % waren stolz darauf, die KI mit den richtigen Anweisungen gesteuert zu haben; 75 % darauf, ein zunächst schwaches Ergebnis erkannt und verbessert zu haben.
Gleichzeitig haben sich 34 % der häufig Nutzenden wegen eines KI-gestützten Arbeitsschrittes unwohl oder beschämt gefühlt. Bei seltener Nutzung war es nur rund ein Fünftel. 28 % der häufig Nutzenden berichten beides: Stolz auf das Ergebnis und Scham über den Weg dorthin.
Unwohlsein entsteht vor allem dort, wo die eigene Leistung für die Beschäftigten selbst geringer wirkt. Von den Befragten, die wegen KI-Nutzung bereits Scham oder Unwohlsein empfunden haben, hatten 86 % das Gefühl, die Aufgabe eigentlich selbst erledigen zu müssen. 80 % empfanden KI als „zu einfache Lösung“. Ebenso viele fürchteten, durch die KI-Nutzung als weniger kompetent zu gelten. 74 % fanden es unangenehm, für ein KI-Ergebnis gelobt zu werden.
Die Unsicherheit reicht bis zum Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit. Die Hälfte der Befragten, die KI häufig nutzen, fragt sich zumindest gelegentlich, ob sie ohne KI dieselbe Leistung erbringen würde.
Wie oft KI zum Einsatz kommt, hängt kaum vom Alter ab: 58 % der 18- bis 29-Jährigen nutzen KI mindestens mehrmals pro Woche. Bei den 60- bis 65-Jährigen sind es 54 %. Erlebt wird die Nutzung dagegen sehr unterschiedlich.
Fast die Hälfte der jüngsten Befragten hat sich wegen KI bereits unwohl oder beschämt gefühlt. Bei den Älteren sind es 15 %. Auch Selbstzweifel treten bei Jüngeren häufiger auf: Jede zweite jüngere Person fragt sich bisweilen, ob sie ohne KI dieselbe Leistung erbringen würde. Bei den Älteren ist es knapp ein Drittel. Die Daten lassen folgenden Schluss zu: Wer lange im Beruf steht, weiß, was er kann. Bei Jüngeren fehlt diese Gewissheit – und KI stellt sie zusätzlich infrage.
Auch bei der Offenlegung der KI-Nutzung zeigen sich Gen-Z-Befragte zurückhaltender. 61 % haben ein Ergebnis schon einmal so lange umformuliert, bis die KI-Nutzung nicht mehr erkennbar war. Bei den Älteren war es dagegen nur ein Viertel. Die Zahlen deuten auf einen anderen Bewertungsmaßstab hin: Nur knapp die Hälfte der Jüngeren findet, dass ein gutes KI-Ergebnis genauso viel wert ist wie ein vollständig ohne KI erarbeitetes Ergebnis. Bei den Älteren sind es 67 %.
KI gilt zunehmend als berufliche Kompetenz: Drei Viertel der Befragten halten den professionellen Umgang mit KI für eine relevante Fähigkeit im Job. 59 % befürworten es, gute KI-Kenntnisse bei Leistungsbeurteilungen zu berücksichtigen.
In Gehaltsverhandlungen spielt KI-Kompetenz bislang jedoch kaum eine Rolle. Nur 31 % würden sie dort als Argument nutzen. Männer wären dazu häufiger bereit als Frauen: 35 % gegenüber 27 %.
Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung ist die Sorge vor steigenden Erwartungen. 34 % der KI-Nutzenden befürchten, künftig mehr leisten zu müssen, weil sie KI einsetzen. Ein gutes Viertel hält die eigene Nutzung deshalb bewusst zurück.
Beschäftigte mit Führungs- oder Projektverantwortung nutzen KI häufiger als andere. 67 % von ihnen setzen KI mindestens mehrmals pro Woche ein. Bei Beschäftigten ohne diese Verantwortung sind es 46 %.
Wer Teams oder Projekte steuert, bewegt sich dabei öfter außerhalb der Vorgaben: 30 % haben KI bereits genutzt, obwohl dies im Unternehmen nicht erlaubt oder nicht vorgesehen war. Bei den übrigen Beschäftigten waren es 16 %. Auch bei der Kennzeichnung zeigt sich ein Unterschied: Vier von zehn Beschäftigten mit Führungs- oder Projektverantwortung haben KI-Nutzung bewusst nicht offengelegt. Bei den restlichen Befragten waren es 24 %.
Besonders deutlich zeigt sich das im Mittelstand. Dort haben 38 % der Beschäftigten in Führungs- oder Projektrollen KI bereits entgegen der Vorgaben genutzt. Fast die Hälfte hat KI-gestützte Ergebnisse schon einmal bewusst nicht gekennzeichnet. In Großunternehmen und Konzernen liegen die Werte bei 29 % für unerlaubte oder nicht vorgesehene Nutzung und 39 % für nicht gekennzeichnete KI-Ergebnisse.

„Die Studie zeigt: KI wird im Arbeitsalltag bereits genutzt, aber noch nicht überall gemeinsam eingeordnet. Beschäftigte müssen wissen, was als Leistung zählt, wann sie die Nutzung offenlegen sollten und woran KI-Kompetenz erkennbar ist.
Diese Punkte gehören auch ins Mitarbeitergespräch, um die Grundlage für Entwicklung und Anerkennung zu schaffen. Bisher haben dort erst 17 % ihre KI-Nutzung aktiv angesprochen.“
Ivana Baumann, Director HR & Recruiting bei HR WORKS
Mit HR WORKS bilden kleine und mittlere Unternehmen den gesamten Mitarbeiterlebenszyklus in einer All-in-One-Software ab: Personalverwaltung, Zeitwirtschaft, Reisekostenmanagement, Payroll und Personalentwicklung. Als etablierter Partner des Mittelstands kennt HR WORKS die Anforderungen von KMU und begleitet sie auf dem Weg zu einer digitalen, zukunftsfähigen und KI-unterstützten Personalarbeit: Schritt für Schritt, verständlich und sicher. So gewinnen Unternehmen Zeit für das, was zählt: die Arbeit mit Menschen. Darüber hinaus veröffentlicht HR WORKS regelmäßig datenbasierte Studien zu zentralen HR-Themen – um Unternehmen einen faktenbasierten Blick auf die eigene Praxis zu ermöglichen.
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Pressekontakt
Sofia Wrede
+4976147954115
sofia.wrede@hrworks.de
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