In vier Schritten zum A1-Antrag

A1-Bescheinigung

9 Min. Lesezeit | Zur Lexikon-Übersicht

A1-Bescheinigung: Kurz zusammengefasst

  • Schützt vor Doppelversicherung
  • A1 wird benötigt bei grenzüberschreitenden Einsatz von Arbeitnehmern
  • Für Dienstreisen gilt die A1 bis zu 24 Monaten
  • Dauert der Einsatz im EU Ausland über 24 Monate ist anstelle des A1-Formulars, die sogenannte A1-Ausnahmebescheinigung notwendig
  • A1-Antrag erfolgt über ein elektronisches Verfahren

Was ist eine A1-Bescheinigung und wofür wird sie benötigt?

Dass Reisende für Dienstreisen ins EU-Ausland ein EU-Formular benötigen, die sogenannte A-Bescheinigung, ist bereits seit einigen Jahren gesetzlich geregelt. Doch warum ist dieses A1-Formular notwendig? Jeder Arbeitnehmer, der eine Tätigkeit in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union, dem Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz ausübt, muss das A1 Formular vorweisen können. Denn nach Verordnung (VO) – EG – 883/2004 muss die Zugehörigkeit der Sozialversicherung des Arbeitnehmers bestimmt und mit der Bescheinigung entsprechend auch nachgewiesen werden. Hier gilt grundsätzlich das sogenannte Territorialprinzip. Das besagt nämlich, dass ein Arbeitnehmer immer den Sozialversicherungsvorschriften des Mitgliedstaates unterliegt, in welchem er seine Beschäftigung ausübt. Ob der Arbeitnehmer in dem Staat, in dem er dieser Tätigkeit nachgeht, tatsächlich wohnt oder nicht, ist hiervon unabhängig. Ebenso spielt es keine Rolle, ob der Arbeitgeber seinen Sitz in diesem Mitgliedstaat hat oder nicht.

Die A1-Entsendebescheinigung bestätigt dem Arbeitnehmer seine sozialversicherungsrechtliche Zugehörigkeit. Doch wofür genau? Mit der Bestätigung, dass für den Arbeitnehmer das Sozialversicherungsrecht im Heimatland gilt, wird sichergestellt, dass eine gleichzeitige Anwendung des ausländischen Sozialversicherungsrechts ausgeschlossen ist. Demnach können auch keine doppelten Zahlungen der Sozialbeiträge fällig werden.

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In vier Schritten zum A1-Antrag

In der Regel wenden sich die Arbeitgeber für die Beantragung der A1-Bescheinigung an die Krankenkasse, bei der reisende Arbeitnehmer versichert ist. Gleiches gilt auch im Falle einer freiwilligen Versicherung oder Familienversicherung.

Wenn keine Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse vorliegt, zum Beispiel weil der Arbeitnehmer privat versichert ist, erfolgt die Beantragung beim zuständigen Rentenversicherungsträger. Die Antragsstellung für den Arbeitnehmer erfolgt über das zertifizierte Abrechnungsprogramm des Arbeitgebers, alternativ über die Seite der Sozialversicherung im Internet.

Schritt 1: Registrieren und anmelden

Über die Seite sv.net registrieren sich Arbeitgeber, um die A1-Bescheinigung elektronisch zu beantragen. Sv.net ist eine Software für den elektronischen Datenaustausch. Wie Sozialversicherungsmeldungen oder auch Bescheinigungen, wie auch das A1-Formular. Mit Hilfe der Software können Daten entsprechend der gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen verschlüsselt an die zuständigen Träger der Sozialversicherung übermittelt werden. Nach der Registrierung meldet sich der Arbeitgeber mit seinem Login-Daten auf der Seite sv.net an.

Schritt 2: Antrag ausfüllen und prüfen

Sämtliche Daten, die der Arbeitgeber ausfüllen muss, sind im Antragsformular entsprechend gekennzeichnet.

A1-Bescheinigung
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A1-Bescheinigung

Schritt 3: Antrag senden

Nach Prüfung aller Angaben wird der Antrag elektronisch versendet.

Schritt 4: A1 empfangen

Der A1-Antrag wird nun vom zuständigen Träger geprüft und die Rückmeldung erfolgt ebenfalls elektronisch. Die A1-Bescheinigung wird per Gesetz innerhalb von drei Arbeitstagen maschinell übermittelt. Dieses Dokument muss der reisende Mitarbeiter im Original erhalten und während der Reise stets mit sich führen.

Fallbeispiel: Projekt im Ausland

Regelmäßige Auslandseinsätze gehören heute bei Arbeitnehmern aus Deutschland bereits zum Alltag. Soll ein Arbeitnehmer beispielsweise im nächsten Monat für den Zeitraum von einem halben Jahr ein Projekt in Spanien leiten, muss eine A1-Entsendebescheinigung als Nachweis der Sozialversicherung angefordert werden. Dieser Schritt erfolgt über seinen Arbeitgeber. Für den Zeitraum des Einsatzes in Spanien bleibt der Arbeitnehmer somit abgesichert über die deutsche Krankenversicherung, Pflege- und Rentenversicherung. Der Arbeitgeber stellt vor Abreise den A1-Antrag bei der Krankenkasse des Arbeitnehmers. In das Formular trägt er alle Angaben zum Arbeitnehmer und seiner Beschäftigung in Deutschland ein. Weiterhin müssen auch sämtliche Informationen über die Entsendung ausgefüllt werden. So zum Beispiel auch die Referenzstelle in Spanien. Nach Prüfung und Ausstellung durch den Träger muss der Arbeitnehmer das A1-Formular zur Vorlage in Spanien mitführen.

Häufig gestellte Fragen

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