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Was HR-Teams tun müssen, um erfolgreich zu sein

Das Erfolgsgeheimnis von HR-Teams

28. Oktober 2021 · 5 Min. Lesezeit · Gastautor

Als Experte für HR- und Change Management stellt Mathias Weigert Innovationsteams zusammen, um Unternehmen digital erfolgreich zu machen. Im Interview mit HRworks erklärt er, welche Faktoren entscheidend dafür sind, dass HR-Teams optimale Ergebnisse erzielen.

HRworks: Ganz grundsätzlich, woran erkennen Sie ein erfolgreiches Team?

Mathias Weigert: Erfolgreiche Teams bestehen grundsätzlich aus Menschen, die sich sowohl fachlich als auch im Hinblick auf ihre Persönlichkeit gegenseitig gut ergänzen. Es gibt eine klare Rollenverteilung, klare Verantwortungsbereiche, aber genug Flexibilität, dass Belastungsspitzen durch gute Zusammenarbeit bewältigt werden können. Zu guter Letzt muss das Mindset des Teams stimmen. Damit meine ich das Bewusstsein für das Umfeld, in dem das Team agiert, die Ziele, die sich das Team setzt. Aber auch weichere Faktoren, wie die Kultur, die dem Team wichtig ist, sowie die eigene persönliche und kollektive Weiterentwicklung eines jedes Mitglieds.

Insgesamt ist mir hinsichtlich der Bewertung eines Teams wichtig, dass ein Team sein Potenzial voll ausschöpft. Dabei kann es in der Leistung (“Performance”) absolut hinter anderen Teams zurückbleiben: Wenn es sein Potenzial ausgeschöpft hat, dann war es erfolgreich. Gleiches gilt für ein Team, das besser ist als andere: Hat dieses Team sein Potenzial nicht voll ausgeschöpft, dann war es nicht erfolgreich. Ein Team, das diese Voraussetzung erkennt ist für mich auf dem richtigen Weg, um sein Potenzial voll auszuschöpfen. 

Welche Eigenschaften sind gerade für HR-Teams wichtig, um erfolgreich zu sein?

Grundsätzlich müssen alle Teams dieselben Eigenschaften erfüllen. Im Zusammenhang mit HR-Teams ist mir eine Erkenntnis wichtig: Es benötigt heterogene Teams. In diesem Team sollten viele verschiedenen Erfahrungen vereint sein. Die meisten HR-Teams sind auch heute noch fachlich sehr homogen zusammengesetzt. Vielfach kommen die Teammitglieder alle aus dem Personalbereich. In diesen Teams wird eine große Chance vergeben, da es wichtig ist, unterschiedliche Perspektiven aus allen Unternehmensbereichen zu integrieren. 

Im Zusammenhang mit HR-Teams ist mir eine Erkenntnis wichtig: Es benötigt heterogene Teams.

Welche Rolle spielt die Struktur eines Teams für seinen Erfolg?

Transparente Rollenverteilung und Verantwortlichkeiten, sowie Klarheit über Prozess-Ownership sind für erfolgreiche Teams enorm wichtig. Darüber hinaus können tägliche oder wöchentliche Standups, eine dynamische Ressourcenplanung und das Einbetten der täglichen Arbeit in einen langfristigen Horizont mittels OKRs (“Objectives & Key Results”) oder der Quartalsplanung ein wichtiges Mittel in der erfolgreichen Strukturierung von Teams sein. Grundsätzlich muss die Teamstruktur zum jeweiligen Vorhaben passen und dieses positiv in der Umsetzung fördern. 

Welche Faktoren können den Erfolg eines Teams beeinträchtigen ‒ und wie lassen sich diese vermeiden?

Dysfunktionale Teams können vielschichtige Gründe haben. Oft entstehen sie über einen längeren Zeitraum, in dem nicht über bestehende Probleme, Befindlichkeiten oder Unzufriedenheiten gesprochen wird. Kein Team ist perfekt, und wo verschiedene Menschen unter Stress zusammenarbeiten, wird es auch einmal Reibung und Konflikt geben. Im schlimmsten Fall bricht die Kommunikation völlig zusammen und Konflikte im Beruf werden persönlich. Um das zu verhindern ist es wichtig, offen über Herausforderungen und Probleme zu sprechen und mit allen Beteiligten Maßnahmen zu beschließen, um das erneute Auftreten von Konflikten in Zukunft zu verhindern. 

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Wie gehen Sie dabei vor, wenn Sie das optimale Team entwickeln?

Jedes Team ist ein kleiner repräsentativer Mikrokosmos unserer Gesellschaft mit allen Vor- und Nachteilen, die auftreten, wenn Menschen zusammen an Herausforderungen arbeiten, die größer sind als sie selbst. Insofern gibt es das optimale Team an sich nicht. Vielmehr geht es darum, die Stärken eines Teams zu stärken und seine Schwächen bestmöglich auszugleichen.

In unserem Auswahlprozess identifizieren wir zuerst den Personalbedarf eines Teams, wir fragen nach dem „Purpose“, den das Team erfüllen soll und suchen dann nach geeigneten Kandidaten. Diese bewerten wir im Hinblick auf ihr Skillset, Toolset und Mindset. Ist ein Kandidat fachlich (Skillset), methodisch (Toolset) und persönlich (Mindset) geeignet, geben wir ihn weiter. Wenn es dann auch menschlich zwischen den Teammitgliedern und dem Kandidaten passt, haben wir im besten Fall unseren Beitrag dazu geleistet, das Team so optimal wie möglich aufzustellen. 

Welche Maßnahmen müssen getroffen werden, um den Erfolg eines Teams auch langfristig sicherzustellen?

Neben den vielen Faktoren, die ich bereits angesprochen habe, ist es wichtig, Teams kontinuierlich weiterzuentwickeln. Menschen Chancen für persönliche und fachliche Weiterentwicklung aufzuzeigen bedeutet, ihnen eine Perspektive zu bieten. Wir begleiten viele Unternehmen bereits seit einigen Jahren bei der Personalentwicklung, sowohl beim Erlernen neuer Methoden, als auch beim Erarbeiten von Purpose, Werten und Visionen. 

Inwiefern können technische Mittel ‒ wie z.B. eine Softwarelösung ‒ ein Team dabei unterstützen, erfolgreich zu sein?

Technische Mittel und Softwarelösungen sind immer Werkzeuge, die in erster Linie dazu dienen, durch Organisation und Automatisierung Zeit zu sparen. Sie sind auch für uns in fast allen Bereichen um die Themen Personal und Recruiting unverzichtbar. Bei der Unternehmerschmiede nutzen wir verschiedene Tools, um die Arbeit unserer Mitarbeiter zu erleichtern, damit diese mehr Zeit haben die Herausforderungen unserer Kunden bestmöglich zu lösen.

Mathias Weigert im Interview mit HRworks
Die Unternehmer-Schmiede bei HRworks

Über Mathias Weigert: Mit der Unternehmer-Schmiede hilft der ehemalige Leistungssportler Mathias Weigert Unternehmen dabei, digitale Innovationen erfolgreich umzusetzen, indem er die passenden Innovationsteams für die Unternehmen gewinnt und schmiedet. Als Berater bei Willis Towers, KPMG und Kienbaum für HR- und Change Management wurde er Experte auf seinem Gebiet ‒ dank langjähriger internationaler Erfahrung und Führungsverantwortung für Bereiche mit über 30.000 Mitarbeitern. Heute überträgt er diese Erfahrung auf das Gewinnen und Schmieden von passenden Innovationsteams für Unternehmen, die Innovationen erfolgreich umsetzen wollen.

In der Podcast-Serie PEOPLE FIRST schaut sich Mathias Weigert Menschen und Teams in der Digitalisierung an. Er spricht mit spannenden Experten und Führungskräften und diskutiert, wie die Geschäftsmodelle der Zukunft durch den Ansatz „People First“ entwickelt und erfolgreich umgesetzt werden können.

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