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Silver Ager und Silver Worker: So nutzen Sie das Potenzial der Altersgruppe 50+

Silver Ager und Silver Worker sind wertvolle, doch oft unterschätzte Arbeits- und Fachkräfte

17. Januar 2024 · 5 Min. Lesezeit · HRworks Redaktion

Dass  Menschen immer älter werden, ist einer der Megatrends unserer modernen Gesellschaft. So profitieren Silver Ager vom guten Gesundheitswesen und den umfassenden Möglichkeiten, sich über das Internet zu gesundheitsbezogenen Themen zu informieren. Sie werden nicht nur älter, sondern bleiben gleichzeitig geistig und körperlich fit – und sind dadurch wertvolle Arbeitskräfte. Erfahren Sie daher, wie Unternehmen das Potenzial der Silver Ager für sich nutzen.

Silver Ager laut Definition: Wer zählt zu den Silver Agern?

Silver Ager werden auch als Best Ager oder Golden Ager bezeichnet. Die Begriffe stammen aus dem Marketing, das diese für die Zielgruppe der Menschen ab dem vollendeten 50. Lebensjahr verwendet. Anders als jüngere Generationen verfügen Silver Ager über fundierte Lebens- sowie Berufserfahrung sowie solide finanzielle Ressourcen.

Zu den Silver Agern gehört auch der Silver Worker. Der Begriff Silver Worker legt jedoch den Fokus darauf, dass ein Mensch in seinen “besten Jahren” nach wie vor berufstätig ist – was heutzutage beim Großteil der über 50-Jährigen der Fall ist. Auch deswegen, weil sich eine Frührente laut Bundesagentur für Arbeit kaum noch jemand aus der Golden-Ager-Generation leisten kann.

Warum ist die ältere Generation laut Silver-Ager-Marketing so wichtig?

Das Marketing hat die Silver Ager mittlerweile als eine der wichtigsten Zielgruppen identifiziert. Aktuelle Angaben des statistischen Bundesamtes belegen, dass schon heute jede zweite Person in Deutschland älter als 45 Jahre ist. Doch für das Altersgruppen-Marketing sind Silver Ager mehr als nur eine wachsende Target Group. Denn sie verfügen aufgrund ihrer Berufserfahrungen und dementsprechend tendenziell gut bezahlten Job-Positionen über ein höheres Durchschnittseinkommen als ein Mid Ager. Außerdem sind die Kinder der Menschen ab 50 in der Regel schon alt genug, damit sich deren Eltern wieder einer Vollzeitbeschäftigung widmen. Die Kaufkraft des Silver Agers ist also durchaus als hoch einzustufen.

Gerade aus Firmensicht handelt es sich bei Silver Agern um wertvolle Fachkräfte. Aufgrund ihrer Lebenserfahrung wissen sie bereits, welche Interessen sie verfolgen und wohin sie sich persönlich entwickeln möchten. Überdies haben sie anhand der sinkenden familiären Verpflichtungen mehr Zeit, um sich beruflich stärker einzubringen oder sich alternativ mit den eigenen Bedürfnissen zu beschäftigen.

Generation 50 plus und Silver Ager: Ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt

Die Bedeutung der Silver Ager für den Arbeitsmarkt wächst laut Spectrum Newsroom, weil aktuell drei Herausforderungen zusammentreffen: der demografische Wandel, die sinkende Geburtenrate und der ohnehin bereits bestehende Fachkräftemangel.

Mit dem Renteneintritt der Silver Ager geht nämlich nicht nur wichtiges Know-how verloren. Sondern auch eine wertvolle und häufig nicht ersetzbare Arbeitskraft. Das wird zu einer zunehmenden gesellschaftlichen Belastung bei immer länger auszuzahlenden Rentenbeiträge, die eine abnehmende Zahl an Steuerzahlern aufbringen muss.

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Wie Sie die Silver-Generation an Unternehmen binden: So geht’s

Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, greifen immer mehr Unternehmen auf die Arbeitskraft der Generation Gold zurück. Doch wie verlängert Human Resources den Employee Life Cycle, sodass sich Silver Ager langfristig ans Unternehmen binden und auch über den Ruhestand hinaus für einen Betrieb tätig bleiben? Mit folgenden Tipps gelingt genau das:

1. Altersteilzeit anbieten

Trotz der guten gesundheitlichen Versorgung der Silver Worker gehen viele Jahre des hektischen Berufslebens nicht spurlos an ihnen vorbei. Dies führt dazu, dass Angestellte mit zunehmendem Alter mehr Zeit zur Regeneration benötigen. Außerdem können viele Angehörige der Silver-Ager-Generation bestimmte Arbeitsmodelle wie den Schichtdienst sowie körperlich oder psychisch anstrengende Tätigkeiten nicht mehr ausüben. Wenn Arbeitgeber dies berücksichtigen und individuell abgestimmte Teilzeitangebote bieten, binden sie auch Silver Ager langfristig – auf Minijobbasis teilweise sogar über den Renteneintritt hinaus.

2. Freie Beratertätigkeiten schaffen

Im Alter möchten sich viele Angestellte, die hohe Positionen bekleidet haben, endlich Tätigkeiten widmen, die sie aufgrund einer regelmäßigen Arbeitszeit von 50 oder 60 Stundenwochen immer aufgeschoben haben. Einige planen möglicherweise, ihr Hobby zum zweiten Beruf zu machen. Andere möchten neue Leidenschaften für sich entdecken oder auf Reisen gehen. Bieten Unternehmen solchen Wünschen Raum, indem sie die Work-Life-Balance der Silver Ager verbessern, dann halten sie das Know-how der ehemaligen Führungskräfte im Unternehmen und schaffen ihnen damit sogar eine solide finanzielle Grundlage für ihren neuen Lebensabschnitt.

3. Sabbatjahr ermöglichen

Menschen ab 50 sind in der Regel noch fit und aktiv. Viele möchten ihren Horizont erweitern und sich persönlich weiterentwickeln – und zwar, bevor sie in Rente gehen. Ein Sabbatical ermöglicht es Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, sich ihre Träume genau dann zu erfüllen, wenn sie sich körperlich und geistig noch dazu in der Lage fühlen. Schaffen Unternehmen dieses besondere Corporate Benefit, profitieren sie von zufriedenen sowie sicher gebundenen Angestellten mit einem Plus an Lebenserfahrung. Sowohl die Mitarbeiterbindung als auch die Mitarbeiterzufriedenheit danken es ihnen.

4. Berufliche Weiterentwicklung fördern

Viele Angestellte, die seit Jahren oder Jahrzehnten eine ähnliche Tätigkeit ausüben, möchten sich irgendwann neuen Aufgaben widmen. Besonders große Unternehmen halten ältere Beschäftigte, indem sie ihnen genau dies ermöglichen. Durch den Wechsel in eine andere Abteilung, eine intern durchgeführte Weiterbildung oder gar Umschulung bindet sich der Mitarbeiter deutlich stärker an den Betrieb. Zusätzlich verfügen Silver Worker über einen wesentlich besseren Überblick über die Zusammenhänge von unternehmensinternen Prozessen und bieten ihren Firmen damit einen großen Mehrwert.

5. Gesundheitsprävention unterstützen

Obwohl wir in unseren modernen Gesellschaften über ein herausragendes Gesundheitssystem verfügen, bringt das Älterwerden nach wie vor Volkskrankheiten mit sich. Dazu zählen in Deutschland laut der Hannoverschen Versicherung besonders Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Krebs, psychische Krankheiten sowie Rückenschmerzen. Um deren beeinflussbaren Ursachen entgegenzuwirken, unterstützen Firmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit entsprechenden Programmen. Dazu zählen beispielsweise individuelle Ernährungsberatung, passende Sportprogramme sowie Maßnahmen gegen chronischen Stress.

Silver Ager in Jobs erhalten Innovationsfähigkeit von Unternehmen

In Zeiten des demografischen Wandels wird die alternde Gesellschaft in Kombination mit dem wachsenden Fachkräftemangel zunehmend zum Problem für Unternehmen. Auch für den Wissenstransfer ist das Know-how der älteren Generationen essenziell. Damit diese den Betrieben so lange wie möglich – in vielen Fällen sogar über das Rentenalter hinaus – erhalten bleibt, schafft das Human Resource Management attraktive Angebote für Silver Ager.

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