HR · Lohn und Gehalt

Corporate Benefits: Die 8 besten Ideen für Mitarbeiter

Corporate Benefits sorgen für zufriedenere und produktivere Mitarbeiter

05. September 2023 · 7 Min. Lesezeit · HRworks Redaktion

Noch nie war es für Unternehmen so schwierig wie heute, qualifiziertes Personal zu finden und langfristig an sich zu binden. Umso wichtiger ist es daher, den Jobsuchenden gute Argumente zum Kommen und Bleiben zu liefern. Neben einem attraktiven Gehalt macht dabei immer öfter auch ein überzeugendes Paket aus Corporate Benefits den Unterschied. Erfahren Sie, warum Mitarbeiterangebote für Arbeitgeber so wichtig sind und welche davon besonders gut ankommen.

Corporate Benefits: Was ist das?

Wer im Bereich Human Resources arbeitet, weiß: Mitarbeiterangebote, Mitarbeiter-Benefits oder auch Corporate Benefits sind Zusatzleistungen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von dem Unternehmen erhalten, bei dem sie angestellt sind. Diese sind in der Regel kein formeller Bestandteil des Arbeitsvertrags. Ein Corporate Benefit ist ein Vorteil, der über die reguläre Vergütung hinausgeht und sich positiv auf Faktoren wie Arbeitsatmosphäre, Work-Life-Balance, Gesundheit und Motivation der Mitarbeiter auswirkt – sprich: auf die Mitarbeiterzufriedenheit.

Damit sind Corporate Benefits ein wichtiger Bestandteil der Employee Experience und des Employer Brandings. Denn mit einem ganzheitlichen Paket aus Benefits für Mitarbeiter tun Unternehmen nicht nur ihren Angestellten einen Gefallen, sondern auch sich selbst – je zufriedener die Mitarbeiter, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Arbeitgeber wechseln. Und umso größer ist ihre Bereitschaft, ihren attraktiven Arbeitgeber an potenzielle Mitarbeitende weiterzuempfehlen. Davon abgesehen, dass die entstehenden Corporate-Benefits-Kosten sich in vielen Fällen von der Steuer absetzen lassen.

Warum sind Mitarbeiterangebote für Unternehmen so wichtig?

Mitarbeiter Benefits gehören neben einer attraktiven Vergütung und gelegentlichen Mitarbeitergeschenken zu den wichtigsten Faktoren, um Fachkräfte an ein Unternehmen zu binden. Dies verringert die Fluktuationsrate, die sich auf vielen Ebenen negativ auf das Geschäft auswirkt. Nach Angaben des Pew Research Center gaben im Jahr 2021 43 Prozent der Arbeitnehmer schlechte oder fehlende Zusatzleistungen als relevanten Faktor für ihre Entscheidung an, den Arbeitnehmer zu wechseln.

Bedingt durch den demographischen Wandel, den Fachkräftemangel und die steigenden Ansprüche der neuen Arbeitnehmergeneration müssen Arbeitgeber sich also immer mehr ins Zeug legen, um qualifizierten Jobsuchenden gute Argumente dafür zu liefern, einen Arbeitsvertrag bei ihnen zu unterzeichnen. Und um im Anschluss dann fortlaufend für deren Zufriedenheit sorgen.

Heutzutage geht es also nicht mehr nur darum, einen vergüteten Arbeitsplatz zu bieten. Sondern eine Kombination aus attraktiven Mitarbeiter-Benefits zusätzlich zum Gehalt und optimaler Employee Experience zu liefern. Je besser das Leistungspaket, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass wertvolle Fachkräfte langfristig in Betrieben bleiben. Laut der kununu Gehaltsstudie 2022  wirken sich Firmen Benefits darüber hinaus unmittelbar auf die Gehaltszufriedenheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus.

Marko Kiesel

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Das sind die 8 besten Mitarbeiter-Benefits-Ideen

Generell funktionieren nicht alle Arbeitgeber Benefits in jedem Unternehmen gleich gut. Das hat beispielsweise damit zu tun, dass sich Belegschaften aus unterschiedlichen Altersgruppen zusammensetzen. So deutet eine Studie des Karriereportals Stepstone  darauf hin, dass die Themen Fortbildung und berufliche Entwicklung bei älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern weniger im Fokus stehen als bei Berufseinsteigern. Unabhängig davon zählen Mitarbeitervorteile und bestimmte Leistungen aus folgenden Kategorien in Umfragen immer wieder zu den beliebtesten Corporate Benefits:

1. Mobilität

Wenn Mitarbeitern für die Strecke zum Arbeitsplatz oder für Dienstreisen Kosten entstehen, die sie aus eigener Tasche zahlen müssen, dann bleibt ihnen oft deutlich weniger von ihrem Gehalt. Kein Wunder also, dass Tickets für Bus und Bahn oder auch privat nutzbare Firmenwagen und Fahrräder inzwischen bei vielen Arbeitgebern zur Standardpalette der Mitarbeiterangebote zählen. Sie erfreuen sich bei der Belegschaft aus naheliegenden Gründen großer Beliebtheit. Um den Arbeitsweg zwischen Büro und Wohnort zu verkürzen, bieten sich in Einzelfällen auch Dienstwohnungen für Mitarbeiter an.

2. Sport und Fitness

Körperliche und mentale Gesundheit sind eine Grundvoraussetzung für die Leistungsfähigkeit im Job. Vielen Arbeitnehmern fehlt es jedoch an Zeit und Motivation, sich neben dem Berufsalltag noch körperlich zu betätigen. Kostenlose Mitgliedschaften in Fitnessstudios oder betriebseigene Trainingsmöglichkeiten können das ändern. Wenn die Kosten dafür bis zu 50 Euro im Monat betragen, gilt das als geldwerter Vorteil. Betriebliche Gesundheitsförderung ist bis zu einer Höhe von 600 Euro pro Mitarbeiter im Jahr steuerfrei förderbar.

3. Weiterbildung

Besonders bei jungen Mitarbeitern ist berufliche Weiterentwicklung ein zentrales Thema. Auch Arbeitgeber profitieren davon, wenn ihre Angestellten sich weiterbilden. Viele Unternehmen geben ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern daher die Möglichkeit, sich neben ihrem Arbeitsalltag fortzubilden und leisten dazu auch einen finanziellen Beitrag. Dieser lässt sich als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen.

4. Gewinnbeteiligung und Prämien

Motivierte Mitarbeiter leisten einen fundamentalen Beitrag zum Erfolg eines Unternehmens. Besonders stark wachsende Unternehmen zeigen ihren Mitarbeitern Wertschätzung, indem sie ihre Leistung über die reguläre Vergütung hinaus mit Gewinnbeteiligungen, Prämien oder Vergünstigungen beim Kauf von Aktien honorieren.

5. Kinderbetreuung

Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, zählt für viele Angestellte zu den größten Herausforderungen. Arbeitgeber sollten sich das zu Herzen nehmen, denn aktuell sind familienbezogene Corporate Benefits in Unternehmen stark unterrepräsentiert. Eine Studie des Software-Anbieters voiio deutet darauf hin, dass nur 17 Prozent der deutschen Unternehmen entsprechende Leistungen anbieten. Konkret geht es dabei etwa um Sachleistungen für Betriebskindergärten oder Zuschüsse für Betreuungsangebote. Diese sind in der Regel für Arbeitgeber steuerfrei, solange die Kinder noch nicht schulpflichtig sind.

6. Essen und Trinken

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer essen im Arbeitsalltag oft auswärts. Das macht sich auf Dauer finanziell bemerkbar. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitenden hier zum Beispiel per Restaurantgutschein, digitalen Essensmarken, Zuschuss für die Kantine sowie kostenlosen Getränken unter die Arme greifen und ihr Mitarbeiterangebot abrunden.

7. Flexibles Arbeiten und Homeoffice

Die bereits erwähnte Stepstone-Umfrage zeigt: Neben Gehalt und Jobsicherheit sind die Themen Familienfreundlichkeit, Work-Life-Balance und flexible Arbeitszeiten generationsübergreifend die wichtigsten Faktoren bei der Entscheidung für oder gegen einen Job. Arbeitgeber sollten hier also nach Konzepten suchen, die Mitarbeitenden die Möglichkeit geben, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen.

8. Arbeitsgeräte

Die Belegschaft mit modernen Laptops, Smartphones und anderen erforderlichen Arbeitsmitteln auszustatten, ist heute in den meisten Unternehmen selbstverständlich. Entsprechend erwarten qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Regel, dass Arbeitgeber die Kosten dafür übernehmen.

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Auf welche Benefits für Mitarbeiter setzen internationale Top-Unternehmen?

Um sich bezüglich Mitarbeiter Benefits zu inspirieren, hilft ein Blick auf die Mitarbeiteraktionen von internationalen Top-Arbeitgebern wie MAN oder BMW. Die Mitarbeiterangebote dieser Konzerne umfassen in der Regel die gesamte Palette der oben genannten Leistungsbereiche und gehen in vielen Fällen darüber hinaus. So bieten sie ihren Mitarbeitern oftmals individuelle Corporate-Benefits-Angebote an.

Auch das Silicon Valley trumpft auf, wenn es um Corporate Benefits geht: Facebook bietet seinen Angestellten zum Beispiel eine Prämie von 4.000 US-Dollar, wenn diese ein Kind zur Welt bringen. Netflix hingegen sichert seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer Lebensversicherung ab, die deren Familien im Todesfall 1,5 Millionen US-Dollar auszahlt. Google setzt hingegen auf Benefits, die sich direkt auf den Firmenalltag auswirken: Neben kostenloser Verköstigung auf dem Betriebsgelände bietet das Unternehmen Koch- und Fitnesskurse sowie Massagen an. Auch die Möglichkeit zur Mitarbeiterbeteiligung nutzen manche Firmen, um ihre Angestellten zu motivieren.

Wenn’s einfach werden soll: Welche Vorteile Benefit-Softwares bieten

Ob Jobbike, Essenszuschüsse oder Betreuungskosten: Auch Corporate Benefits lassen sich zunehmend digitalisieren. Genauer gesagt, die Verwaltung davon. Darum gibt es eine immer größer werdende Anzahl von Anbietern von Software für Corporate Benefits – so wie pxtra, Probonio und emplu solutions. Auf diese Weise profitieren Firmen unter anderem davon, dass sie ihren Mitarbeitern innerhalb einer einzigen App schnell und einfach eine große Auswahl an Benefits bereitstellen. Das sorgt für zufriedene Mitarbeiter und hält den Verwaltungsaufwand auf Unternehmensseite möglichst gering.

Corporate Benefits als USP für Arbeitgeber

Im harten Wettbewerb um qualifizierte Arbeitnehmer gewinnt das Thema Corporate Benefits für Unternehmen stark an Bedeutung. Dabei reichen betriebliche Altersvorsorge, privat genutzte Dienstfahrzeuge und Sachleistungen, die der Arbeitgeber als geldwerten Vorteil geltend macht, längst nicht mehr aus. Ein zeitgemäßes Paket aus Benefits für Mitarbeiter beinhaltet sehr viel mehr und trägt entscheidend dazu bei, den Ansprüchen qualifizierter Expertinnen und Experten gerecht zu werden. Ein modernes Human Resource Management forciert diese Vorteile – und sorgt so dafür, sich als Unternehmen deutlich vom Wettbewerb abzuheben.

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Disclaimer

Die Inhalte dieses Beitrags sind sorgfältig recherchiert, stellen jedoch keine Rechtsberatung dar. Bitte wenden Sie sich bei konkreten rechtlichen Fragen an einen spezialisierten Fachanwalt.

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