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Warum Personaler wissen müssen, was Employee Experience bedeutet

"EX" oder auch "Employee Experience" wird für HR immer wichtiger

06. April 2022 · 5 Min. Lesezeit · HRworks Redaktion

Employee Experience bedeutet wörtlich übersetzt Mitarbeitererfahrung. Ist diese optimal gestaltet, verbessert sich neben Arbeitsleistung und -klima auch die Mitarbeiterbindung deutlich. Um dies zu erreichen, legen HR-Manager den Fokus nicht auf die gleichbleibend zu erledigenden Aufgaben ‒ sondern auf einen inspirierenden und bereichernden Arbeitsalltag.

Was ist Employee Experience?

Mitarbeitererfahrung umfasst alles, was ein Angestellter in einem Betrieb erlebt. Dazu gehören Eindrücke, Emotionen, Stimmungen sowie Interaktionen zwischen Kunden, Vorgesetzten und Kollegen. Da sie das tägliche Handeln eines Arbeitnehmers prägt, ist Employee Experience ein wichtiges Kriterium der Mitarbeiterzufriedenheit: Sie wirkt sich deutlich auf dessen Motivation, Produktivität und Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen aus. Eine erfolgreich gestaltete Employee Experience fußt auf einem ganzheitlichen Ansatz, der sich aus der kulturellen, technischen und physischen Arbeitsumgebung zusammensetzt. Er beinhaltet neben einer positiven, wertschätzenden Arbeitsatmosphäre auch einen individuellen Entwicklungsplan für jeden Angestellten.

Warum ist Employee Experience wichtig?

Der zunehmende Fachkräftemangel erschwert es Unternehmen, qualifizierte Angestellte zu finden und langfristig zu binden. Dass gute Mitarbeiter unter Umständen mindestens genauso wichtig sind wie Kunden, wird gerade spezialisierten Betrieben immer bewusster. Außerdem sind zufriedene Arbeitnehmer eine Win-win-Situation für jeden Arbeitgeber, da sie ihre positive Einstellung zum Betrieb auch auf die Kunden übertragen. Und ein Kunde, der jederzeit gut beraten wird, einen freundlichen Ansprechpartner hat und merkt, dass dieser hinter den Produkten des Unternehmens steht, wird seltener nach Alternativen suchen.

Eine Studie von Deloitte belegt: Unternehmen mit überzeugten Mitarbeitern sind bis zu 57 Prozent effektiver, haben zu 87 Prozent weniger Fluktuation und verzeichnen ein 2,3-Mal höheres Wachstum. Wenig überraschend ist daher, dass acht von zehn Führungskräften Employee Experience als wichtiges Anliegen betrachten.

Welche konkreten Schritte führen zu optimaler Employee Experience?

Damit die Mitarbeitererfahrung so positiv wie möglich ausfällt, drehen Personaler an verschiedenen Stellschrauben. Werden diese korrekt bedient, beeinflussen sie einander langfristig positiv. Folgende Punkte sind für die Gestaltung einer optimalen Employee Experience unerlässlich:

1. Moderne Arbeitsbedingungen

Jeder Mitarbeiter fühlt sich wohl, wenn er seinen Arbeitstag nach seinen persönlichen Vorlieben gestalten kann. Dazu zählt nicht nur die Entscheidung, ob er ins Büro fährt oder im Home Office bleibt. Sondern auch die bedingungslose Bereitstellung moderner Arbeitsgeräte und anderer Benefits, die individuell auf den Angestellten zugeschnitten sind.

2. Wertschätzendes Verhalten

Mitarbeiter, die statt Lob nur Kritik vom Vorgesetzten hören, adaptieren dieses abwertende Verhalten häufig gegenüber Kollegen. Sind hingegen positive Feedbacks an der Tagesordnung, wirkt sich das auch auf das Miteinander der Angestellten aus. Hat jeder einzelne zudem seine Ziele und Entwicklungsmöglichkeiten im Betrieb vor Augen, bleiben Konkurrenzkampf und üble Nachrede aus.

3. Integrität

Nichts verärgert Mitarbeiter mehr, als unzuverlässige oder unerreichbare Geschäftsführer, die hauptsächlich zur Überwachung ins Büro kommen. Niemand fühlt sich gern wie die Maus im Hamsterrad, die sich abstrampelt, damit andere auf der faulen Haut liegen. Gute Arbeitgeber stehen wirklich hinter ihren Ideen, stecken die Mitarbeiter mit ihrer Begeisterung an und beeindrucken sie mit ihrem Hintergrundwissen.

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Welche Maßnahmen können Personaler für eine optimale EX im Unternehmen ergreifen?

Um als HR-Team erfolgreich zu sein und die bestmögliche Employee Experience zu gestalten, wird mit jedem einzelnen Mitarbeiter des Unternehmens zusammengearbeitet ‒ von der Chefetage bis zum Praktikanten. Die Unternehmensziele sind so zu transportieren, dass jeder Angestellte einerseits sein Potenzial zu deren Erreichung erkennt. Und andererseits seinen ganz persönlichen Entwicklungsgewinn durch die ihm übertragenen Aufgaben wahrnimmt. Auf diese Weise erhält ein Betrieb zufriedene und motivierte Mitarbeiter ‒ und somit die besten Markenbotschafter, die es gibt. Folgende Maßnahmen generieren eine optimale EX:

  • Cultural Fit von Bewerbern prüfen: Der Cultural Fit definiert, inwieweit ein Bewerber zum Unternehmen passt. Dazu prüft der Personaler Wertvorstellungen sowie Handlungsweisen des möglichen Mitarbeiters und vergleicht diese mit den bestehenden Normen im Betrieb.
  • Gestaltung von Büros und Gemeinschaftsräumen: Wer sich wohl fühlt, überträgt dieses Gefühl auch auf seine Tätigkeiten. Sind Arbeitsplätze so gestaltet, dass sich Mitarbeiter nicht gestört, sondern gefördert fühlen, arbeiten sie konzentrierter, motivierter und produktiver.
  • Mitarbeiter mitbestimmen lassen: Es ist sinnvoll, seinen Mitarbeitern das Gefühl zu geben, dem Unternehmen wirklich wichtig zu sein. Anonyme Feedbacks einzuholen, auszuwerten und die konkrete Umsetzung gewünschter Optimierungen zu kommunizieren, steigert ihren Wert.
  • Technische Ausstattung: Auch die neuesten technischen Errungenschaften bieten Mitarbeitern zuweilen Probleme. Dennoch ist es wichtig, ihnen die bestmögliche Ausstattung zukommen zu lassen. Das erleichtert die Kommunikation untereinander sowie mit Kunden und beschleunigt Arbeitsprozesse durch transparenten Informationsfluss und übersichtliches Projektmanagement.
  • Digitale Lösungen: Damit Personaler die passenden Mitarbeiter finden, binden und entwickeln, nutzen sie verschiedene Tools. So erleichtert die Arbeit mit unternehmensspezifischen Bewerbermanagementsystemen den Prozess ebenso wie eine digitale Personalakte oder eine Mitarbeitergespräch-Software zur Führung transparenter Gespräche.
  • Was ist Employee Self Service? Eine der digitalen Lösungen, die modernen Unternehmen sowie ihren Mitarbeitern die Arbeit erleichtern, sind Tools zur sogenannten Mitarbeiterselbstbedienung. In diese webbasierten Anwendungsprogramme beziehungsweise Apps tragen Angestellte ihre personenbezogenen Daten selbst ein und verwalten sie. Hier werden Genehmigungsprozesse wie beispielsweise Urlaubsanträge unbürokratisch angestoßen und sind jederzeit transparent einsehbar. Die Vorteile von Employee Self Service liegen auf der Hand: Buchhaltungs- und Personalabteilungen werden durch vereinfachte Prozesse entlastet und die für ihre Zufriedenheit relevante Eigenverantwortung der Mitarbeiter gefördert.

Fazit: Employee Experience ist der Dienstwagen von heute

Jungen Fachkräften sind ein hohes Gehalt oder der neue Dienstwagen nicht mehr so wichtig, wie es beispielsweise der Generation der Babyboomer war. Sie bevorzugen eine ausgewogene Work-Life-Balance gepaart mit internen Entwicklungsmöglichkeiten nach ihren Vorlieben sowie guter Arbeitsatmosphäre und flachen Hierarchien. Um hauptsächlich positive Erfahrungen im Unternehmen zu sammeln, ist eine allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit durch wertschätzenden Umgang im Betrieb ebenso unerlässlich wie gemeinsame Erlebnisse und ein als abwechslungsreich empfundener Arbeitsalltag. Eine optimal gestaltete Employee Experience ist somit eine wichtige Voraussetzung zur erfolgreichen Fachkräftebindung.

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