So wird die Zusammenarbeit mit Crowdworkern erfolgreich
Crowdworking ist eine Form von New Work, die hauptsächlich durch die Möglichkeiten der Digitalisierung und den wachsenden Bedarf an flexiblen Arbeitskräften entstanden ist. Es bietet Unternehmen die Möglichkeit, Aufgaben und Projekte an eine breite Masse von Fachkräften auszulagern, ohne dabei feste Anstellungsverhältnisse einzugehen.
Somit ermöglicht Crowdworking sowohl Unternehmen als auch Arbeitskräften erhebliche Flexibilität. Dennoch sollten die Herausforderungen dabei beachtet werden, insbesondere in Bezug auf die soziale Absicherung der Crowdworker und die Qualitätssicherung. Richtig eingesetzt, können Unternehmen jedoch schnell und effizient auf wechselnde Marktbedingungen reagieren und von den Vorteilen von Crowdworking profitieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Crowdworking verlagert flexibel Aufgaben über digitale Plattformen an eine globale Masse selbstständiger Akteure.
- Unternehmen steigern damit ihre Skalierbarkeit und nutzen hochspezialisiertes Expertenwissen ohne feste Personalkosten.
- Das Modell birgt erhebliche Risiken für Scheinselbstständigkeit, weshalb eine klare Abgrenzung zur internen Organisation gilt.
- Klare Rahmenbedingungen und eine Betreuung der Crowdworker schaffen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Was ist Crowdworking? Definition
Crowdworking oder Crowdsourcing bezeichnet eine Form der Arbeit, bei der Aufgaben an eine Vielzahl externer Arbeitskräfte vergeben werden. Die Arbeit wird somit üblicherweise nicht von fest angestellten Mitarbeitern, sondern von den sogenannten Crowdworkern übernommen. Diese bieten ihr Know-how direkt über spezielle Crowdworking-Plattformen an. Crowdworking kann mitunter allerdings auch intern betrieben werden.
Internes Crowdworking
Internes Crowdworking ermöglicht es Unternehmen, Aufgaben über interne Plattformen an Mitarbeiter zu verteilen. Dadurch werden ungenutzte Potenziale erkannt, Ressourcen optimal genutzt und Leistungen transparent skaliert. Externe Dienstleister können ebenfalls eingebunden werden, was die Flexibilität erhöht.
Externes Crowdworking
Beim externen Crowdworking werden Aufgaben an unabhängige Crowdworker vergeben, die nicht Teil des Unternehmens sind. Die Crowdworker arbeiten unabhängig von verschiedenen Orten aus. Sie übernehmen in der Regel Aufgaben, die kurzfristig erledigt werden müssen.
Wie funktioniert Crowdworking?
Crowdworking funktioniert auf Basis von Crowdworking-Plattformen. Unternehmen schreiben dort Jobs aus und registrierte Crowdworker übernehmen diese. Die Arbeitsweise ist dabei oft projektbasiert, sodass die Crowdworker selbst bestimmen, welche Aufgaben sie übernehmen und wann sie arbeiten. Häufig arbeiten mehrere Crowdworker an einem Projekt.
Unternehmen müssen dabei sicherstellen, dass Crowdworker nicht in ihre regulären Betriebsstrukturen eingebunden werden, um dem Risiko der Scheinselbstständigkeit entgegenzuwirken. Eine klare Abgrenzung zwischen den Projektanforderungen und der internen Organisation hilft dabei, rechtliche Unsicherheiten zu vermeiden.
Crowdworking-Plattformen spielen eine zentrale Rolle, da sie als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Crowdworkern agieren. Die Plattformen bieten verschiedene Dienstleistungen an, wie eine Zahlungsverwaltung, die Organisation der Aufgabenverteilung sowie die Qualitätssicherung.
Für Unternehmen sind Crowdworking-Plattformen attraktiv, weil sie einen einfachen Zugang zu einer Vielzahl von Experten bieten. Gleichzeitig profitieren die Crowdworker von der Flexibilität und der Möglichkeit, ihre Aufträge unabhängig von ihrem geografischen Standort anzunehmen.
Deutschland hat eine Vielzahl von Crowdworking-Plattformen, die unterschiedliche Arten von Aufgaben und Projekten anbieten.
Einige der bekanntesten sind:
- Clickworker: Wird vor allem für kleinere Aufgaben wie Datenverarbeitung oder Texterstellung genutzt.
- Crowd Guru: Bietet eine breite Palette von Aufgaben, darunter Marktforschung und Transkriptionen.
- Testbirds: Spezialisiert auf Software- und App-Tests, bei denen Crowdworker als Tester agieren.
- appJobber: Bietet Mikrojobs per App, oft Foto- und Videoaufträge.
- CrowdGen by Appen: Vermittelt weltweit Crowdworker für Aufgaben in den Bereichen Datenannotation, Übersetzungen und KI-Training.
- RapidUsertests: Ermöglicht Tests von Websites und Apps.
- 99designs: Liefert Grafikdesign in Wettbewerbsform.
- Upwork: Bietet Fachleute für komplexe Aufgabenfelder.
Sind Crowdworker Arbeitnehmer?
Crowdworker gelten in der Regel als Freiberufler. Unternehmen sind also nicht verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Crowdworker arbeitsrechtliche Schutzmaßnahmen einhalten. Ebenso gibt es für Firmen keine Pflicht, bestimmte Leistungen wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu bieten oder den Mindestlohn zu zahlen. Grund dafür ist das Vertragsrecht, das in diesem Arbeitsverhältnis gilt. Crowdworker tragen die Kosten für ihre Krankenversicherung und Altersvorsorge somit selbst.
Durch die im Jahr 2026 in Kraft getretenen nationalen Gesetze zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur Plattformarbeit gilt jedoch eine gesetzliche Vermutung für ein abhängiges Arbeitsverhältnis. Dies greift, sobald die Plattform oder das beauftragende Unternehmen bestimmte Kriterien der Überwachung, der Preisvorgabe oder der Arbeitsorganisation erfüllt. Unternehmen prüfen die Ausgestaltung der Zusammenarbeit daher sehr genau, insbesondere im Hinblick auf Weisungsrechte. Schon vor dieser Richtlinie bestätigten Gerichtsurteile in Einzelfällen den Arbeitnehmerstatus. Dies betrifft vor allem Fälle, in denen Crowdworker wiederkehrende Aufträge ausführen oder stark in die digitale Infrastruktur und Steuerung einer Plattform eingebunden sind.