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Gekommen, um zu bleiben – darum setzt sich Hybrides Arbeiten dauerhaft durch

Hybrides Arbeiten: Die Arbeitsform der Zukunft

22. Februar 2022 · 6 Min. Lesezeit · HRworks Redaktion

Corona hat nicht nur Schlechtes bewirkt, sondern auch einen Umbruch in der Arbeitswelt befeuert. Durch die zeitweise angeordnete Homeoffice-Pflicht sahen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit der Arbeitsform des Hybriden Arbeitens konfrontiert, die für Mitarbeiter und Unternehmen frische Perspektiven schaffte. Erfahren Sie, was Hybrides Arbeiten genau ist und warum es sich bei dieser Arbeitsform um mehr als einen vorübergehenden Trend handelt.

Was ist Hybrides Arbeiten und wie grenzt es sich von anderen Arbeitsformen ab?

“Hybrid” ist griechisch und bezeichnet etwas, das aus der Kreuzung mehrerer Elemente besteht – wie das hybride Auto, das Verbrennungs- und Elektromotor kombiniert. Vergleichbar damit bedeutet Hybrides Arbeiten die Kombination aus physischer sowie digitaler Präsenz von Arbeitnehmern. Dabei entscheidet jeder Mitarbeiter selbst, wann und wo er seine Aufgaben erledigt.

Auf diese Weise sind Berufs- und Privatleben optimal zu vereinen. Diese Voraussetzung zu bieten, ist für Unternehmen in Zeiten des steigenden Fachkräftemangels unabdingbar. So belegen Umfragen, dass ganze 73 % der Belegschaft weiterhin das Homeoffice nutzen möchten. Auf der anderen Seite wünschen sich aber 67 % der Befragten den persönlichen Kontakt zu Kollegen. Die Lösung: Hybrides Arbeiten.

Diese Arbeitsform verbindet sozialen Austausch im Büro mit dem Komfort und der Flexibilität des Arbeitens von zu Hause. Damit überzeugt dieses Modell gegenüber anderen wie Remote Work oder Co-Working-Spaces, in denen auf gemeinsame Zeit mit den Kollegen verzichtet wird.

Was sind die Vorteile von Hybridem Arbeiten?

75 % der Arbeitnehmer wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Immerhin 21 % der deutschen Unternehmen haben das erkannt und ermöglichen ihren Mitarbeitern daher schon heute Hybrides Arbeiten. Laut Hybrid Work Global Survey 2021 gehen 94 % deutscher Entscheidungsträger davon aus, dass die Rekrutierung und Bindung junger Talente von solchen New-Work-Konzepten abhängt.

Längst ist Anwesenheit nicht mehr gleichbedeutend mit Produktivität. Ganze 59 % der Arbeitnehmer schätzen ihre Leistung zu Hause sogar als deutlich produktiver ein als im Büro. Gerade durch die Kombination der Vorteile von Homeoffice und Büroarbeit profitiert Hybrides Arbeiten das Beste aus beiden Arbeitswelten. Eine flächendeckende Umstrukturierung der Wirtschaft ist somit nur noch eine Frage der Zeit.

Die Vorteile des Arbeitens im Homeoffice:

  • Leben nach dem eigenen Biorhythmus ist möglich: Arbeitnehmer arbeiten dann, wann sie produktiv sind, und pausieren, sobald  sie eine Auszeit benötigen ‒ zum Beispiel, weil sie Hunger haben.
  • Kinderbetreuung und Haushalt sind wesentlich leichter mit der eigenen Berufstätigkeit zu vereinbaren.
  • Arztbesuche und andere Termine werden nicht länger während der Arbeitszeit wahrgenommen, sondern ganz entspannt dann, wann es passt.
  • Kranken- und Kinderkrankentage können konstruktiv genutzt werden. Denn nicht jeder Erkrankte fühlt sich den ganzen Tag schlecht. Und selbst ein krankes Kind schläft auch einmal tagsüber ein. In diesen Zeiten kann der Angestellte dann wenigstens die wichtigsten Aufgaben erledigen und weiterhin als Ansprechpartner für Kunden und Kollegen fungieren.
  • Da die Anfahrt entfällt, werden Zeit und Ressourcen gespart.
  • Kommunikation findet weiterhin statt – durch Programme wie Meet, Zoom oder Skype sind Kollegen jederzeit in Kontakt, um schnell und unkompliziert Prozesse voranzutreiben und Unklarheiten auszuräumen.
  • Produktivität steigt messbar an: Durch eigenverantwortliches Arbeiten ohne Störungen verbessern sich Qualität und Quantität des Outputs von Mitarbeitern.

Die Vorteile des Arbeitens im Büro:

  • Identifizierung mit Unternehmen, Kollegen und Produkten: Das sogenannte „Wir-Gefühl“ entsteht beim Aufeinandertreffen, bei gemeinsamen Workshops und Events.
  • Besprechungen mit Kollegen werden als Mehrwert angesehen und als positive Abwechslung erlebt, da Zwischen-Tür-und-Angel-Gespräche durchs Homeoffice minimiert werden.
  • Die Mitarbeiter erleben die Bürogemeinschaft als Bereicherung des Arbeitstages, da die Teilnahme daran nicht mehr verpflichtend ist. So wird auch der Kollegenkreis deutlicher als analoges Kontaktnetzwerk wahrgenommen.
  • Unklarheiten werden im echten Vier-Augen-Gespräch geklärt. Dabei wird dann auch besprochen, wie die digitale Kommunikation künftig optimiert werden kann, um weitere Missverständnisse zu vermeiden.
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Wie kann Hybrides Arbeiten in Unternehmen umgesetzt werden, damit es gelingt?

Hybrides Arbeiten geht aus dem Entwurf des Work-Life-Blending hervor, bei dem Arbeit und Privatleben miteinander verknüpft werden. Um dieses Modell umzusetzen, verabschieden sich moderne Arbeitgeber von starren Strukturen wie beispielsweise festgelegten Arbeitszeiten und -orten. Die Vertrauensarbeitszeit rückt in den Vordergrund. So ändert sich auch die Führungsarbeit. Der Vorgesetzte ist nicht länger Kontroll- und Weisungsinstanz, sondern wissende Schnittstelle, Coach und Moderator. Die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter wird gefördert und gefordert, eine Wahrnehmung ihrer individuellen Stärken ermöglicht das Arbeiten auf Augenhöhe.

Damit Hybrides Arbeiten langfristig gelingt, müssen Mitarbeiter  in puncto Selbstorganisation und Motivation fit gemacht werden. Sie müssen lernen, effiziente Strukturen zu schaffen und sich qualitative und quantitative Ziele zu stecken. Außerdem benötigen sie die technischen Mittel, um sich ihren heimischen Arbeitsplatz einzurichten. Dies betrifft auch Personalabteilungen, die gerade mit digitalen Lösungen wie einer HR-Software dazu beitragen, Hybrides Arbeiten organisatorisch zu ermöglichen.

Wichtig ist zudem, die Cybersecurity im Blick zu behalten. Experten stufen die Arbeit im Homeoffice oder mit öffentlichen W-LAN-Verbindungen in Cafés als durchaus unsicher ein. Um hier ausreichende Sicherheit zu gewährleisten, sollten VPN-Schlüssel oder Zwei-Faktor-Authentifizierungen Standard sein.

Hybrides Arbeiten als Arbeitsform der Zukunft

Hybrides Arbeiten ermöglicht Angestellten eine entspanntere Beziehung zum Arbeitgeber – und das in vielerlei Hinsicht. So müssen sich Mitarbeiter nicht täglich zu festgelegten Zeiten durch den Verkehr kämpfen, um pünktlich ins Büro zu kommen. Außerdem können sie auch während üblicher Bürozeiten Arzttermine für sich oder ihre Kinder wahrnehmen und sogar Sportkurse besuchen. Somit haben sie wesentlich weniger zeitlich bedingten Stress und arbeiten ungestört und produktiv – und zwar genau dann, wann es ihnen am besten passt.

Auch für Unternehmen hat diese Arbeitsform erhebliche Vorteile: So steigt die Mitarbeiterzufriedenheit, während die Fluktuationsrate bei der Arbeitnehmerschaft sinkt. Für Unternehmen bedeutet das konkret, dass weniger häufig neue Angestellte gesucht, gefunden und eingearbeitet werden müssen, sodass der Firma kein Know-how verloren geht. Und da Arbeitnehmer ihrerseits weniger Stress haben, konzentrieren sie sich besser auf ihre Aufgaben und werden im Idealfall sogar seltener krank. Die Arbeit im heimischen Umfeld ermöglicht zudem eine bessere Regeneration, wodurch Angestellte schneller genesen.

Zusätzlich müssen Unternehmen weniger Geld ausgegeben: Wird viel von zu Hause aus gearbeitet, sparen Betriebe Miete für nicht mehr benötigten Büroraum. Auch die Nebenkosten wie Strom, Wasser und Reinigung sowie Mittel für die tägliche Versorgung der Mitarbeiter sinken.

Nicht zuletzt profitiert die Umwelt ganz erheblich. Geringeres Verkehrsaufkommen führt zu besserer Luft, weniger Staus und Unfällen. Paare und Familien können vielleicht sogar auf den Zweitwagen verzichten, was Ressourcen einspart. Und auch der durch verkleinerte Büroflächen freigewordene Platz ist ein Pluspunkt: Statt ständig neu zu bauen, kann dieser in dringend benötigten Wohnraum umgewandelt werden.

Hybrides Arbeiten ist die logische Konsequenz des Status quo

Da die Technologie für Hybrides Arbeiten bereits flächendeckend vorhanden ist, liegt der Fortschritt in diesem Bereich nun an der Umsetzung in den einzelnen Unternehmen. Mit Tools wie der Zeiterfassung per App und anderen digitalen Lösungen sind die Voraussetzungen für dieses Modell längst geschaffen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Hybridem Arbeiten aufgrund der klaren Vorteile die Zukunft gehört: Arbeitnehmer und ihre Familien profitieren erheblich von einer Arbeitsform, die Angestellten den Freiraum gibt, dann zu arbeiten, wann es ihnen neben den vielen anderen Verpflichtungen am besten passt. Arbeitgeber profitieren ebenso durch höhere Produktivität, geringere Fehlzeiten und bessere Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter wie auch durch eingesparte Kosten für Büroräume.

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