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Berechnung, Kennzahlen und Senkung

Krankheitsquote

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5 Min. Lesezeit

Wichtige Kennzahl für Mitarbeiterzufriedenheit

Die Krankheitsquote ist für HR-Verantwortliche ein Frühwarnindikator: Wenn die Zahl der Krankschreibungen auffällig ansteigt, muss die Arbeitsplanung unter Umständen geändert werden. Zudem muss geklärt werden, ob Überlastung oder ein angespanntes Betriebsklima Ursachen für die hohe Quote sind. Wer seine Krankenquote kennt, kann gegensteuern, bevor aus einzelnen Krankmeldungen ein dauerhaft hoher Krankenstand wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Krankheitsquote setzt die krankheitsbedingten Fehltage ins Verhältnis zu den Soll-Arbeitstagen.
  • Die Formel für die Berechnung lautet: (krankheitsbedingte Fehltage : Soll-Arbeitstage) × 100.
  • Werte über 5 % gelten als hoch.
  • Ergonomische Arbeitsplätze, ein strukturiertes betriebliches Gesundheitsmanagement oder eine offene Kommunikationskultur können die Quote senken.
Krankheitsquote: Was sie aussagt, wie sie sich berechnen lässt und welche Maßnahmen eine hohe Krankheitsquote senken.

Was ist die Krankheitsquote?

Die Krankheitsquote ist eine wichtigeKennzahl im Personalcontrolling: Sie verrät Unternehmen, welcher prozentuale Anteil der Arbeitstage aufgrund von Krankheit ausfällt. Sie liefert als eine von vielen HR-Kennzahlen Informationen über Arbeitsbedingungen, Führungskultur und Mitarbeiterzufriedenheit. In Bezug auf die Gesundheit der Belegschaft gehört sie zu den wichtigsten Kennzahlen.

Berechnung der Krankheitsquote: Formel und Beispiel

Die Krankheitsquote berechnen Sie folgendermaßen:

Krankheitsquote = (krankheitsbedingte Fehltage : Soll-Arbeitstage) × 100

Die krankheitsbedingten Fehltage umfassen alle Arbeitstage, an denen Mitarbeitende aus gesundheitlichen Gründen fehlen, von der Krankmeldung für einen Tag bis zur längeren Arbeitsunfähigkeit. Die Soll-Arbeitstage entsprechen der Anzahl der Tage, an denen im betrachteten Zeitraum planmäßig gearbeitet wird. Wochenenden, Feiertage und Urlaubstage werden dabei nicht berücksichtigt.

Tipp: HR sollte die Krankheitstage unternehmensweit, aber auch auf Team- oder Abteilungsebene berechnen. Dadurch lassen sich Ausreißer schneller erkennen als im Gesamtdurchschnitt.

Für die Berechnung dient als erste Informationsquelle die Krankmeldung, spätestens ab dem vierten Tag ergänzt um die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Hier ein Rechenbeispiel für die Formel:

 

Kennzahl Wert
Mitarbeitende 100
Soll-Arbeitstage im Jahr 220
Krankheitsbedingte Fehltage gesamt 660
Krankheitsquote 3 %

 

Wenn Verantwortliche die Krankenquote berechnen, können sie Betriebe besser miteinander vergleichen, egal, ob dort 50 oder 5.000 Personen beschäftigt sind.

Ab wann ist die Krankheitsquote hoch? Richtwerte und Interpretation

Richtwerte: Für die Krankheitsquote gibt es keine pauschale Grenze. Es hat sich jedoch ein Richtwert von 5 % etabliert, ab dem eine Quote als hoch gilt. Der bundesweite Krankenstand lag laut DAK-Gesundheitsreport im Jahr 2025 bei 5,4 %. Die Techniker Krankenkasse ermittelte für denselben Zeitraum einen Wert von 5,08 %.

Interpretation: Deutschland hat im internationalen Vergleich eine hohe Krankenquote. Dies ist in den vergangenen Jahren vor allem auf die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zurückzuführen, durch die Krankheitsfälle vollständiger erfasst werden. Erst der Vergleich mit Vorjahreswerten, Branchendurchschnitten und dem betriebsinternen Krankenstand zeigt, ob eine Entwicklung bedenklich ist.

Bei einer hohen Krankheitsquote ist schnelles Handeln gefragt. Das Team hat mehr Arbeit, im schlimmsten Fall sinkt die Arbeitszufriedenheit und damit die Mitarbeiterbindung. Auch finanzielle Belastungen gibt es bei Krankheitsfällen: Für die ersten sechs Wochen einer Krankschreibung muss der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung übernehmen, erst danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld.

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Von Ausfallquote bis Gesundheitsquote: Kennzahlen im Vergleich

Es gibt mehrere Begriffe zum Thema Krankenstand. Die eine oder andere kann als Kennzahl zur Messung von Abwesenheiten genutzt werden. Eine Übersicht:

 

Begriff Was gemessen wird Unterschied zur Krankheitsquote
Fehlzeitenquote Alle Abwesenheiten, unabhängig vom Grund Schließt neben Krankheit auch Urlaub, Fortbildung und Kurzarbeit ein
Ausfallquote Sämtliche produktionsrelevanten Ausfälle Breiter gefasste Quote, die oft betriebswirtschaftlichen und nicht personellen Fokus hat
Gesundheitsquote Anteil geleisteter Arbeitstage Gegenstück zur Krankheitsquote (100 % minus Krankheitsquote)
Abwesenheitsquote Alle nicht geleistete Arbeitstage Oberbegriff, dem die Krankheitsquote als Teilmenge zuzuordnen ist
Anwesenheitsquote Geleistete Arbeitstage Ebenfalls ein Kehrwert (100 % minus Abwesenheitsquote)
AU-Quote Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage an den Versicherungstagen Basiert auf Krankenkassendaten und nicht auf betrieblichen Fehlzeiten, ist methodisch der Krankheitsquote aber sehr ähnlich

 

Wer obige Kennzahlen im Fehlzeitenmanagement oder Abwesenheitsmanagement erfasst, erkennt Muster früher als bei isolierter Betrachtung der Krankheitsquote. Manchmal ist es hilfreich, die Fluktuationsrate hinzuzuziehen: Wenn Krankheitsquote und Fluktuation gleichzeitig ansteigen, deutet das oft auf Ursachen im Betriebsklima hin.

Einflussfaktoren auf die Krankheitsquote

Hohe Krankheitsquoten haben selten nur eine Ursache:

  • Arbeitsbelastung und Arbeitszeit: Dauerhafte Überstunden und hoher Termindruck erhöhen das Risiko für seelische und körperliche Beschwerden.
  • Führungskultur: Wertschätzende Kommunikation und realistische Zielvorgaben wirken sich messbar auf das Wohlbefinden aus.
  • Arbeitsplatzgestaltung: Schlecht eingerichtete Arbeitsplätze und fehlende Rückzugsräume begünstigen körperliche Beschwerden.
  • Saisonale Effekte: Durch Erkältungs- und Grippewellen kann die Quote kurzfristig ansteigen.
  • Demografischer Wandel: Mit steigendem Durchschnittsalter der Belegschaft werden längere Krankschreibungen tendenziell häufiger.

Die Krankheitsquote senken: So geht‘s

Für die Senkung der Krankheitsquote sind Zeit und Geduld nötig. So gehen Sie es an:

  • Betriebliches Gesundheitsmanagement etablieren: Ein strukturiertes betriebliches Gesundheitsmanagement bündelt Präventionsangebote wie Bewegungsprogramme, Ernährungsberatung und Stressmanagement-Kurse.
  • Ergonomische Arbeitsplätze schaffen: Mit höhenverstellbaren Tischen, passenden Bürostühlen und guter Beleuchtung beugen Unternehmen körperlichen Beschwerden vor.
  • Employee Wellbeing stärken: Beim Employee Wellbeing steht neben der körperlichen auch die psychische Gesundheit im Fokus, etwa durch flexible Arbeitszeiten oder mentale Unterstützungsangebote.
  • Frühzeitig kommunizieren: Nach längerer Abwesenheit zeigen Rückkehrgespräche, dass der Mitarbeiter wertgeschätzt wird. Außerdem können mögliche betriebsinterne Gründe (Überlastung, Mobbing) frühzeitig aufgedeckt werden.

FAQ zu Krankheitsquote

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