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Quiet Firing? Wie Chefs ihre Mitarbeiter zum Kündigen drängen

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Was ist Quiet Firing? Definition und Bedeutung

16. August 2025 · 3 Min. Lesezeit · HR WORKS Redaktion

Anspruchslose Aufgaben, negative Kritik, keine Antwort auf eine E-Mail: So etwas kommt in jedem Berufsleben vor. Häuft sich das jedoch, ist ein solches Verhalten kein Zufall und kann negative Auswirkungen auf die mentale Gesundheit von Angestellten haben. Auch der Teamgeist und die Produktivität im Unternehmen leiden darunter. Doch wie kommt es zum Quiet Firing? Lässt es sich proaktiv verhindern? Und wie wehren sich Betroffene dagegen?

Quiet Firing ‒ Definition auf deutsch

Was ist Quiet Firing? Quiet Firing bedeutet „Stilles Feuern“ oder „Stille Entlassung“. Das Phänomen geht von Vorgesetzten aus. Anzeichen für Quiet Firing sind subtile Ausgrenzungen und Abwertungen, die sich häufen: Betroffene Untergebene erhalten keine Einladungen zu wichtigen Meetings, sind nicht an neuen Projekten beteiligt ‒ oder der Vorgesetzte beantwortet ihre E-Mails nicht mehr. Das Ziel: Dem Angestellten seinen Job zu verleiden, um eine Eigenkündigung zu provozieren.

Bedeutung von Quiet Firing: Merkmale der schleichenden Kündigung

Welche Bedeutung hat Quiet Firing für die Betroffenen? Ein entsprechendes Vorgesetztenverhalten beeinflusst den gesamten Berufsalltag negativ. Denn es gibt verschiedene Merkmale, die sich bei einer schleichenden Kündigung häufen: Auf der einen Seite geben Chefs den Betroffenen unnötige oder anspruchslose Aufgaben. In Meetings jedoch konfrontieren sie diese mit schwierigen Fragen oder sie werden vor Kollegen der plötzlichen Kritik ausgesetzt. Außerdem ignorieren Vorgesetzte die Ideen und Vorschläge der Betroffenen und laden sie bewusst nicht zu wichtigen Besprechungen ein.

Fehlende Aufstiegschancen für Betroffene als Warnzeichen

Den Betroffenen werden Gehaltserhöhungen, Weiterbildungsmaßnahmen oder eine Beförderung verwehrt, sodass sie keine Chance haben, sich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig fehlt die Wertschätzung für erbrachte Leistungen. Suchen die Betroffenen das Gespräch, blocken Vorgesetzte dies beim Quiet Firing häufig ab. Das Arbeitsumfeld gestaltet sich dadurch unnötig kompliziert und teilweise sogar toxisch.

Bossing, Mobbing und Quiet Firing – was sind die Unterschiede?

Beim Mobbing haben der oder die Täter meist eine Person im Blick, die sie regelmäßig beleidigen und ausgrenzen. Im schlimmsten Fall umfasst Mobbing körperliche Gewalt wie Schubsen oder Tritte. Bossing ist Mobbing, das vom “Boss” ausgeht. Der Vorgesetzte mobbt, indem er sich etwa über einen Untergebenen lustig macht und dessen Arbeit übermäßig kritisiert – und zwar so, dass die Kolleginnen und Kollegen dies mitbekommen.

Quiet Firing ist im Vergleich dazu subtiler, denn häufig wird die Grenze zum Mobbing nicht überschritten. Trotzdem ist die Situation für die Betroffenen in der Regel sehr belastend. Sie wissen zudem oft nicht einmal, weswegen ihr Vorgesetzter sie ausgrenzt: Hat er sie zum Beispiel als faulen Mitarbeiter gemäß der X-Y-Theorie eingestuft? In jedem Fall fällt es Betroffenen schwer, sich gegen Quiet Firing zur Wehr zu setzen.

Ist Quiet Firing illegal?

Das Kündigungsschutzgesetz in Deutschland schützt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in besonderen Situationen vor Kündigungen. Das ist etwa dann der Fall, wenn sie in Mutterschutz oder Elternzeit sind oder mit einer Behinderung leben. Durch Quiet Firing umgehen Vorgesetzte diese Hürden, indem sie die Angestellten zu einer Eigenkündigung bewegen. Hintergrund ist oft, die Kündigungsfrist abzukürzen oder einen Vergleich zu verhindern. Das schließt zukünftige Klagen von Seiten des Mitarbeitenden jedoch nicht aus. Denn: Ein solches Verhalten verstößt gegen die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, sollte das Quiet Firing als Mobbing oder mutwillige Gefährdung ausgelegt werden.

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