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Vor- und Nachteile

Autoritärer Führungsstil

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Autoritäre Führung: Wenn Entscheidungen von oben kommen

Der autoritäre Führungsstil, auch diktatorischer Führungsstil oder hierarchischer Führungsstil, gehört zu den klassischen Managementstilen. Er wird vor allem in hierarchisch organisierten Unternehmen oder in Krisensituationen angewendet. Ein autoritärer Chef gibt klare Anweisungen, trifft schnell Entscheidungen und erwartet, dass Mitarbeitende diese ohne Widerspruch umsetzen.

Autoritärer Führungsstil zeichnet sich durch starke Kontrolle und klare Machtverteilung aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein autoritärer Führungsstil ist geprägt von einer “Top-Down-Mentalität”.
  • Typisch sind eine klare Struktur, Disziplin und eine starke Betonung von Ergebnissen.
  • Die meisten deutschen Mitarbeitenden sprechen sich gegen autoritäre Führung aus. Stattdessen wünschen sich Angestellte überwiegend empathische, unterstützende und kooperative Führungskräfte.
  • Arbeitnehmer wünschen sich insbesondere in autoritär geführten Unternehmen eine starke Präsenz und Involvierung von HR.

Was bedeutet autoritär? Eine Führungsstil-Definition

Autoritärer Führungsstil zeichnet sich durch starke Kontrolle und klare Machtverteilung aus. Die Führungskraft übernimmt alle wesentlichen Entscheidungen, legt Aufgaben fest und überprüft deren Ausführung engmaschig. Die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden ist in dieser Form der Führung sehr gering – sie folgen in der Regel den Vorgaben von oben, ohne eigene Ideen einzubringen oder Entscheidungsfreiheit zu haben.

Typisch für autoritär geführte Teams ist eine klare Hierarchie, Disziplin und eine starke Betonung von Ergebnissen. Sämtliche Kommunikation verläuft meist einseitig von der Führungskraft zu den Mitarbeitenden.

Autoritärer Führungsstil: Vorteile und Nachteile

Trotz seines teilweise negativen Images werden dem autoritären Führungsstil einige Vorteile zugeschrieben:

  • Schnelle Entscheidungen: In kritischen Situationen, etwa bei Krisen oder Notfällen, kann es entscheidend sein, dass eine Führungskraft ohne lange Abstimmungen handelt und schnell Entscheidungen trifft.
  • Klare Zuständigkeiten: Da alle Rollen und Aufgaben genau definiert sind, entstehen selten Missverständnisse.
  • Hohe Effizienz: Mitarbeitende müssen keine Zeit mit Diskussionen verbringen und können sich voll auf die Umsetzung konzentrieren.

Gerade in Umgebungen, in denen Sicherheit, Präzision und Gehorsam wichtig sind – etwa im Militär oder in der Produktion – kann der Stil von autoritären Führungskräften sehr effektiv sein.

“Die Welt wirkt unsicherer, instabiler, komplexer denn je. Die Sehnsucht nach Ordnung wächst – und nach Menschen, die sie zu bringen versprechen.” schreibt das Personal-Magazin in seiner Septemberausgabe und diskutiert den Trend, der sich derzeit insbesondere in der Politik abzeichnet. Dort lassen sich aktuell global einige Nationen als autoritäres Führungsstil-Beispiel benennen.

Das spricht gegen einen autoritären Führungsstil

Doch entspricht das auch der Wahrnehmung deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? Nein. Auf lange Sicht zeigen sich deutliche Nachteile des autoritären Führungsstils:

  • Fehlende Motivation: Wenn Mitarbeitende keine Mitsprache haben, fühlen sie sich schnell von Autoritäten übergangen oder entmündigt.
  • Geringe Eigenverantwortung der Mitarbeitenden: Das führt dazu, dass Kreativität, Innovation und Eigeninitiative abnehmen. Die Fluktuationsrate ist insbesondere bei gut ausgebildeten Fachkräften hoch.
  • Abhängigkeit von der Führungskraft: Das gesamte Team ist auf die Leitung angewiesen, was problematisch sein kann, wenn diese einmal ausfällt oder falsche Entscheidungen trifft.
  • Schlechtes Arbeitsklima: Ein zu strenger Ton oder fehlende Wertschätzung können zu Frustration und hoher Fluktuation führen. Ein schlechtes Arbeitsklima hat dabei schädliche Auswirkungen auf das Employee Wellbeing und schadet der Mitarbeiterbindung.

Diese Nachteile machen deutlich, dass autoritäre Führungsstile nur in bestimmten Kontexten langfristig funktionieren.

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Autoritärer Führungsstil zeichnet Bild von Rückschritt und Cholerik

Dies bestätigt auch der aktuelle Leadership-Monitor von HR WORKS. Die Ergebnisse der Befragung unter 2.083 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus verschiedenen Branchen der deutschen Wirtschaft legen nahe, dass autoritäre Führungskräfte aus Mitarbeitersicht weitaus schlechter bei den Attributen „motivierend“ und „strukturiert“ abschneiden, als nicht-autoritäre. Zudem werden sie deutlich häufiger als „rückwärtsgewandt“ und „cholerisch” beschrieben, häufige Nachteile des autoritären Führungsstils.

Auch die These, dass eine autoritäre Führung zwar unbequem, aber durchsetzungsstark sei, scheint angesichts der Studienergebnisse in der Praxis widerlegt. Demnach attestierten 51% bzw. 58% der Befragten ihrer autoritären Führungskraft Lösungsorientiertheit bzw. Entscheidungsfreudigkeit. Bei den Umfrageteilnehmern mit einer kooperativen Führungskraft waren es hingegen 87% bzw. 82%.

Welchen Führungsstil verfolgen die meisten Vorgesetzten in Deutschland?

Nach den Ergebnissen des Leadership-Monitors sind sich mehr als die Hälfte der Befragten einig: Ihre Führungskräfte leiten ihre Bereiche kooperativ. Dieser Führungsstil setzt auf Mitbestimmung und eigenverantwortliches Handeln. 19 % der Befragten gaben an, dass ihre Führungskraft autoritär ist, Entscheidungen allein trifft und Anweisungen gibt, ohne die Mitarbeitenden einzubinden.

Mitarbeiterzufriedenheit hängt (auch) vom Führungsstil ab

Vor diesem Hintergrund stellt sich berechtigterweise die Frage: Ist ein autoritärer Führungsstil zeitgemäß? Die Antwort lautet: Nein. Aus der Perspektive der Mitarbeitenden ist der autoritäre Führungsstil weder bei Innovation, Effizienz oder Wirtschaftlichkeit noch bei Restrukturierung oder Digitalisierung erfolgreicher als der kooperative Führungsstil.

Im Gegenteil: 87% der Befragten gaben im Rahmen des Leadership-Monitors an, mit dem kooperativen Führungsstil ihrer Vorgesetzten zufrieden zu sein. Diese Zufriedenheit spiegelt sich in einer guten Work-Life-Balance wider. Insbesondere eine bescheidene, auf Kollaboration und offenen Austausch gerichtete Führung – so genanntes Humble Leadership – schafft Autorität, ohne dass sie die Kompetenz und die Meinung von Mitarbeitenden untergräbt bzw. unterordnet.

Bei autoritär geführten Mitarbeitenden lag die Quote der Mitarbeiterzufriedenheit hingegen nur bei 35%. Auch für die Bewältigung von Branchenkrisen sahen mehr als zwei Drittel der Befragten einen kooperativen Führungsstil als wirksamer an. Noch drastischer: 43% der befragten Mitarbeiter gaben an, dass ein autoritärer Führungsstil für sie ein Kündigungsgrund wäre.

Alternative Führungsstile: Kooperation statt Kontrolle

Viele moderne Unternehmen setzen heute auf flexiblere und menschlichere Führungsansätze. Besonders beliebt ist der kooperative Führungsstil, bei dem Führungskräfte Entscheidungen gemeinsam mit ihren Teams treffen. Hier werden Kommunikation, Vertrauen und die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden gefördert – das steigert Motivation und Innovationskraft. Ähnliches gilt für die agile Führung. Bei diesem Ansatz stehen dezentralisierte Entscheidungen im Fokus, die auf aktuellem Feedback aus dem Team beruhen.

Der kooperative Führungsstil

Auf dem modernen deutschen Arbeitsmarkt ist der kooperative Führungsstil am weitesten verbreitet. Er ist damit das Mittel der Wahl für flache Hierarchien, die sich im Zuge der New-Work-Modelle und HR 4.0 immer stärker durchsetzen.

Doch auch für diesen Führungsstil müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, damit die Zusammenarbeit konstruktiv funktioniert: Es braucht offene, transparente Kommunikation, Eigenverantwortung der Mitarbeitenden und eine wertschätzende Feedbackkultur. Auch die Prozesse für Entscheidungsfindungen müssen gut strukturiert sein und es muss klar sein, wer in einer unklaren Situation das letzte Wort hat.

Der Laissez-faire-Führungsstil

Das sprichwörtliche Gegenteil eines autoritären Führungsstils ist der sogenannte Laissez-faire-Führungsstil. Dabei arbeiten die Mitarbeiter weitestgehend selbstständig und Führungskräfte greifen kaum ein. Dieser Ansatz kann in kreativen oder forschungsorientierten Umgebungen funktionieren, setzt aber ein hohes Maß an Selbstorganisation voraus.

Warum werden autoritäre Führungskräfte heute noch toleriert?

Weil es kaum Gegenstimmen bzw. keine ausgleichenden Instanzen gibt, setzen sich autoritäre Führungskräfte oftmals weiterhin durch Studien zeigen: Die Folgen schlechter Führung stehen in direktem Zusammenhang mit dem Führungsverhalten. Dennoch werden auch heute noch vielerorts toxische Führungskräfte, die über fragwürdig eingesetzte Soft Skills verfügen und deren Cultural Fit mit dem Unternehmen höchst zweifelhaft ist, sowie schädliche Kommunikationsmuster in zahlreichen Unternehmen geduldet. Ein zentraler Grund dafür liegt in der Rolle von HR und darin, welchen Einfluss diese Abteilung in unterschiedlichen Unternehmen nehmen darf.

So wirkt sich HR auf autoritäre Führung aus

Die Studienlage zeigt: Gerade dort, wo ein autoritärer Führungsstil vorherrscht, fehlt es häufig an zwischenmenschlichem Gespür und Empathie. Diese Rolle wünschen sich Mitarbeitende in diesem Kontext von Human Resources. Knapp die Hälfte (48%) der Mitarbeitenden mit autoritären Führungskräften fordert explizit mehr Einfluss dieser Abteilung. Je weniger emotional unterstützt sich Mitarbeitende fühlen, desto stärker wird der Ruf nach HR.

Gerade in autoritär geführten Unternehmen wird HR oft als Instanz wahrgenommen, die schädliche Führungskulturen aufbrechen könnte – durch aktives Zuhören sowie Teambuilding- und Feedback-Maßnahmen. Oder indem die Abteilung einen Feelgood-Manager einstellt. Paradox: Je mehr Unterstützung durch HR aufgrund autoritärer Führung nötig ist, desto seltener greift die Abteilung ein. Ein möglicher Grund dafür ist, dass in stark hierarchischen Unternehmen den Personalabteilungen häufig Entscheidungsbefugnisse fehlen, um ihre Arbeit auszuführen.

Kooperation führt langfristig zum Erfolg

Auch wenn autoritär geführte Teams kurzfristig sehr effizient sein können, wünschen sich die meisten Menschen heute Führung, die auf Vertrauen, Austausch und gemeinsamer Verantwortung basiert. Der autoritäre Führungsstil hat seine Berechtigung in Ausnahmesituationen, doch auf Dauer überzeugt vor allem ein kooperativer Führungsstil, der Mitarbeitende einbindet, motiviert und ihnen Raum für Eigenverantwortung gibt.

Das bestätigt auch die aktuelle Studienlage. Demzufolge spricht sich ein Großteil der deutschen Mitarbeitenden gegen einen autoritären Stil aus. Statt dass der Führungsstil autoritär ist, wünschen sich Angestellte überwiegend empathische, unterstützende und kooperative Führungskräfte. Diese sollten nicht nur Entscheidungsfreude zeigen, sondern diese auch mit Reflexionsvermögen und klarer Kommunikation verbinden.

Denn nachhaltiger Erfolg entsteht nicht durch strikte Kontrolle, sondern durch Zusammenarbeit und gegenseitigen Respekt.

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