Digitalisierung · HR

HR-Trends 2024: Diese 5 Trends prägen HR

Zu den HR-Trends 2024 gehören u.a. KI und Employee Wellbeing

22. November 2023 · 6 Min. Lesezeit · Ivana Baumann

2023 war das Jahr, das überraschend das Thema KI auf die Agenda von Personalverantwortlichen setzte. Selbstverständlich zählen ChatGPT & Co. auch 2024 zu den entscheidenden HR-Themen. Doch KI ist nicht alles: Selbst ohne diese technische Revolution gibt es zahlreiche weitere Entwicklungen und Trends im Personalmanagement, die HR entscheidend verändern. Erfahren Sie daher, welche HR-Trends das Jahr 2024 formen.

Zu den unbestrittenen Megatrends in HR gehört 2024 das Thema künstliche Intelligenz. Seitdem der Chatbot ChatGPT für die breite Öffentlichkeit nutzbar ist, ist das Thema KI allgegenwärtig. Ob beim Verfassen von Stellenanzeigen, im Austausch mit Bewerbern oder bei der internen Kommunikation unterstützt die KI von OpenAI Personalabteilungen in ihrem Arbeitsalltag. Künstliche Intelligenz im Personalwesen drängt dabei in immer mehr HR-Aufgabenbereiche vor: Es existieren mittlerweile zahlreiche Tools, die KI-basiert beispielsweise im Recruiting, bei der Personalentwicklung und der Optimierung der Mitarbeiterproduktivität unterstützen. Und auch wenn nicht in jeder Software KI steckt, auf der KI steht, so werden KI-Lösungen über kurz oder lang eine entscheidende Rolle in der Arbeit von HR-Abteilungen übernehmen.

Die Debatte um KI im Personalwesen verdeckt jedoch, dass viele Personalabteilungen gerade von kleinen und mittleren Unternehmen noch nicht einmal grundlegend digitalisiert sind. Bevor sich diese Firmen und Betriebe nach KI-Lösungen umsehen, sollten sie daher zuerst damit beginnen, sämtliche HR-Standard-Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren. Dadurch entstehen benötigte zeitliche Freiräume für HR-Managerinnen und HR-Manager. Diese sind notwendig, um sich um die strategische Ausrichtung von Personalabteilungen zu kümmern – und sich so zum Beispiel  wichtigen Themen wie dem Wohlbefinden der Mitarbeitenden und der Mitarbeiterbindung zu widmen.

HR-Trends von HRworks

Ihr Redaktionsteam von “Der HR-Blog von HRworks” wagt regelmäßig den Blick in die Zukunft der HR-Welt:

Durch die New-Work-Bewegung rücken die Mitarbeiter vermehrt in den Fokus ihrer Unternehmen. Standen hier anfangs Themen wie eine gelungene Work-Life-Balance oder die Möglichkeit zur Workation im Vordergrund, geht moderne HR zunehmend den Bereich Employee Wellbeing an. Zu Employee Wellbeing gehören HR-Themen wie Mental Health, Sport im betrieblichen Umfeld sowie das Schaffen einer gesundheitsfördernden Arbeitsumgebung. Dies verändert sowohl die HR-Branche als auch die Arbeitswelt an sich umfassend.

Employee Wellbeing: Welche Maßnahmen sind sinnvoll?

Gelebtes Employee Wellbeing stellt eine Win-win-Situation dar. Einerseits fördert und erhält es die Gesundheit von Angestellten. Andererseits sorgt das dadurch geförderte Wohlbefinden wiederum für gesteigerte Produktivität bei der Belegschaft. Ein wichtiger HR-Trend also, den Unternehmen mit folgenden Maßnahmen einführen:

  • Virtuelle Gesundheitswochen zu spezifischen Themen wie “gesunder Schlaf” oder “körperliche Auslastung trotz Bürojob” geben Mitarbeitern wertvollen Input.
  • Unabhängige Online-Coaches für mentale Gesundheit unterstützen bei akuten Herausforderungen, beim Stressmanagement und sogar bei psychischen Problemen.
  • Anonymisierte Umfragen unter Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regen zum Mitgestalten der Arbeitsbedingungen und -atmosphäre an.
  • Gemeinsame Sporteinheiten und Teamevents sorgen für den nötigen Ausgleich zur sitzenden Tätigkeit und fördern die Gesundheit von Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeitern. Darüber hinaus stärken sie den Teamzusammenhalt.

Zu den Human-Resources-Trends zählt auch 2024 Diversity im Unternehmen. Denn viele  Mitarbeiter und Bewerber legen zunehmend großen Wert darauf, dass ihre Arbeitskollegen genauso wie sie selbst die Möglichkeit haben, sich persönlich frei am Arbeitsplatz zu entfalten. Somit ist gelebte Diversity ein entscheidender Faktor, um neue Talente anzuziehen. Das Thema wird dadurch im Rahmen des HR-Managements für Employer Branding immer wichtiger. Ebenso erkennen Arbeitgeber zunehmend, dass ein diverses Team über ein erweitertes Skill Set verfügt und dadurch deutlich vielfältigeres Know-how in sich vereint als eine homogene Belegschaft.

Gleichstellung und Inklusion sind dabei zentrale Säulen, um Diversity zu schaffen. Gerade HR-Manager benötigen dafür ein besonders hohes Maß an Soft Skills und Fingerspitzengefühl, um die erforderlichen Strukturen zu schaffen, die niemanden benachteiligen und zugleich Handicaps ausgleichen. Zu den Faktoren, die eine diverse Belegschaft ausmachen, gehören:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Physische und psychische Fähigkeiten
  • Ethnischer und kultureller Hintergrund
  • Sexuelle Orientierung
  • Religion und Weltanschauung
  • Bildung
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Daten gelten als optimale Entscheidungsgrundlage, da sie Argumenten einen gewissen Grad an Objektivität verleihen. Kein Wunder also, dass HR-Manager datenbasiert ihre Anliegen wesentlich wirkungsvoller vor der Geschäftsführung vertreten. Das ist umso wichtiger, da viele Anliegen von HR von Entscheidern in der Unternehmensspitze nach wie vor als vermeintlich “weiche” Themen betrachtet werden. Wenn Personalmanager in der Lage sind zu belegen, dass beispielsweise der Krankenstand in bestimmten Abteilungen durch Überarbeitung auf einem Allzeithoch steht, wodurch wichtige Aufträge nicht erledigt werden, haben sie jedoch gute Argumente zur Hand, um zum Beispiel in neue Mitarbeiter zu investieren.

Aus diesem Grund sind sowohl People Analytics als auch HR-Analytics wichtige Trends in der Personalentwicklung. Das Problem dabei: Oftmals liegen die benötigten Informationen sogar vor, doch es ist extrem zeitaufwändig, sie auszuwerten. Indem Personalverantwortliche ihre HR digitalisieren, erhalten sie mit den richtigen Tools die Möglichkeit, wichtige Daten gleich in der Software zu erfassen und mit den entsprechenden Funktionen effizient auszuwerten.

Zufriedene Mitarbeiter sind die Grundlage für langfristig erfolgreiche Unternehmen. Daher gehört es zu den Personalthemen der Zukunft, HR-Manager in Unternehmensentscheidungen auf oberster Ebene einzubeziehen. Da Personalerinnen und Personaler über das Wichtigste in Betrieben – den Menschen im Unternehmen – am besten Bescheid wissen, ist ihr Know-how von größter Bedeutung. Denn nicht zuletzt aufgrund des Personal- und Fachkräftemangels ist es entscheidend, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu halten und weiterzuentwickeln. Bestimmt HR aktiv im Betrieb mit und setzt sich somit für die Interessen der Angestellten ein, fördert das auch die Mitarbeiterzufriedenheit – und somit deren Verbleib im Unternehmen.

Von aktuellen Themen in der Personalentwicklung über technische Digital-HR-Trends bis hin zu umwälzenden HR-Megatrends bestimmen zahlreiche Entwicklungen jeder Größenordnung die Personalarbeit im Jahr 2024. Dabei prägen sowohl technische Neuerungen als auch gesellschaftliche Veränderungen und organisatorische Transformationen die HR-Themen der Zukunft.

HR steht auch 2024 vor großen Herausforderungen: Auf der einen Seite erzeugen technologische Entwicklungen hohen Innovationsdruck. Wenn Personalabteilungen nicht den Anschluss verlieren wollen, sind sie gezwungen, sich technisch und digital weiterzuentwickeln. Auf der anderen Seite ist der Fachkräfte- und Personalmangel nach wie vor massiv. Nur wenn sich HR konsequent digital aufstellt, datengetrieben argumentiert und mit der Geschäftsführung auf Augenhöhe diskutiert, haben Personalverantwortliche die Mittel und Unterstützung, um so zentrale Themen wie Diversity und Employee Wellbeing voranzubringen.

Ivana Baumann, Head of HR and Recruiting bei HRworks
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Über Ivana Baumann: Als Head of HR & Recruiting bei HRworks ist Ivana Baumann bestens mit den Vorzügen digitaler HR-Lösungen vertraut. Dabei interessieren die studierte Juristin und langjährige Personalverantwortliche besonders Themen zur strategischen Ausrichtung und Entwicklung von Personalarbeit: von der digitalen HR-Transformation bis zum Schaffen und Leben einer Unternehmens- und Feedbackkultur.

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