Reisemanagement

Bleisure Travel: Warum dieser Trend immer beliebter wird

Bleisure Travel: Definition

06. Juni 2023 · 5 Min. Lesezeit · HRworks Redaktion

Eine Dienstreise steht an und es geht nach Übersee, in eine pulsierende Metropole oder gar zu einem Inselparadies? An diesen Orten Urlaub zu machen, ist der Wunsch vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Warum also nicht die Reise nutzen und Berufliches mit privaten Interessen verbinden? Bleisure Travel ist schon seit einigen Jahren bekannt und ein wachsender Trend. Aber was genau ist das? Und welche Vorteile hat es für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, dienstliche und private Reisen zu verbinden?

Bleisure Definition: Das bedeutet Bleisure Travel auf Deutsch

Bleisure ist eine Wortneuschöpfung und kombiniert “Business” (Arbeit) mit “Leisure” (Freizeit). Reisende verbinden dabei geschäftliche Verpflichtungen mit privaten Aktivitäten. Wie genau das aussieht, ist ganz unterschiedlich:

Mal bleibt abends nach den beruflichen Aktivitäten noch eine Stunde Zeit, die Arbeitnehmer für Sightseeing nutzen. Oder die Mitarbeiterin nimmt ihren Laptop mit in den Urlaub und beantwortet ihre Mails am Strand. Darüber hinaus gilt es auch als Bleisure Travel, Familie oder Freunde als Begleiter auf einen Business Trip mitzunehmen. Beliebt ist zudem, die Dienstreise um einige Urlaubstage zu verlängern.

Die Bandbreite, wie Angestellte Beruf und Freizeit dabei verbinden, ist also groß. Eine unternehmensinterne Reiserichtlinie hilft dabei, die Rahmenbedingungen dafür festzulegen.

Bleisure Traveller: Was ist der Unterschied zu Workation?

Der Begriff Workation bedeutet, dass Beschäftigte dauerhaft in einer Urlaubsregion arbeiten. Das ist bei einem Bleisure Traveller nicht der Fall. Sie nutzen Dienstreisen für private Interessen, indem sie nach Feierabend touristischen Aktivitäten nachgehen oder die Reise um ein paar Tage verlängern. Die dabei entstehenden Mehrkosten übernehmen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst, während der Arbeitgeber meist alle dienstlichen Reisekosten wie den Flug und die Hotelkosten für den geschäftlichen Teil des Aufenthaltes zahlt.

Vorteile von Bleisure Travel für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Seit den letzten Jahren steigen die Ansprüche von Arbeitnehmern im Hinblick auf eine bessere Work-Life-Balance. Daher wird auch Bleisure Travel zunehmend beliebter und der Wunsch nach privat verlängerten Geschäftsreisen kommt häufiger auf. Dieser Trend fällt dabei keinesfalls zulasten von Firmen und Betrieben: Denn von zufriedenen und ausgeglichenen Angestellten profitieren auch Unternehmen.

Durch die Verknüpfung von beruflichen Verpflichtungen mit privaten Aktivitäten haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit zu entspannen und währenddessen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung zu entdecken. Die Geschäftsreise ist somit eine gute Option, um Energie zu tanken und neue Orte und Kulturen kennenzulernen.

Lese-Tipp: 7 Geschäftsreise-Tipps: Die richtigen Hacks, um clever zu reisen

Geringere Kosten durch die Verbindung von dienstlicher und privater Reise

Der Vorteil für die Arbeitnehmer liegt dabei klar bei den geringeren Urlaubskosten: Meist zahlt das Unternehmen die Reisekosten, sodass Angestellte nur für die zusätzlichen privaten Aktivitäten aufkommen. Zudem fallen die Urlaubstage für die An- und Abreise weg. Das macht Bleisure Travel zeitlich effizient und den Reiseweg nachhaltig, da Beschäftigte sich und der Umwelt bei weiter entfernten Zielen den Hin- und Rückflug ersparen.

Unternehmen profitieren hingegen von ausgeglichenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ‒ zusätzlich erhöhen sie die Attraktivität von Dienstreisen. Zudem entstehen für sie keine Mehrkosten, da der Arbeitnehmer diese selbst trägt. Fällt die Rückreise durch den privat verlängerten Aufenthalt zusätzlich auf einen weniger nachgefragten Tag, sinken gegebenenfalls sogar die Kosten für das Rückflugticket.

Wandel in der Arbeitswelt: Digitalisierung und wachsende Mobilität

Der Ruf, Privates mit Dienstlichem zu verbinden, hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gebessert. Eine wichtige Voraussetzung dafür: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kommunizieren vorab den privaten Teil der Dienstreise offen mit HR, Vorgesetzten und ihrem Team.

Die sich zum Positiven ändernde Bewertung spiegelt den Wandel der Arbeitswelt und der Mentalität im Beruf wider: Angestellte erleben ihre Arbeit nicht mehr als Belastung, sondern als Bereicherung. Zudem fördern die wachsende Mobilität und Digitalisierung von Arbeitsprozessen Trends wie Bleisure Travel.

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Wer nimmt Bleisure Tourism in Anspruch?

Befürworten Unternehmen Bleisure Tourism, ist diese Art des Reisens für fast jeden Angestellten möglich. Die American Hotel & Lodging Association (AHLA) zeigt im 2023 Travel Outlook, dass 48 % der befragten Amerikanerinnen und Amerikaner bereits Dienstreisen mithilfe ihrer Urlaubstage verlängert haben. 84 % haben laut der Studie Interesse daran, dies zukünftig zu wiederholen beziehungsweise auszuprobieren. Auch in Deutschland ist das Phänomen bekannt, der Spiegel berichtete bereits 2017 darüber. Demnach nutzen vor allem jüngere Dienstreisende die Möglichkeit, Business Trips mit einem privaten Urlaub zu verbinden.

Bleisure Reise: Darum kombinieren Arbeitnehmer Business Trip und Urlaub

Die Gründe, warum sich Angestellte für eine Bleisure Reise entscheiden, sind vielfältig. Die Global Business Travel Association (GBTA) untersuchte das in einer Studie aus dem Jahr 2017. Dabei gaben 43 % der Bleisure Traveller an, dass sie ihre Dienstreise privat verlängerten, um mehr Zeit an dem Ort zu verbringen. Darüber hinaus besuchten 38 % ein für sie neues Reiseziel, das sie näher erkunden wollten. Für 34 % war es zudem ein Anreiz, Kosten zu sparen. Weitere 34 % nutzten den privaten Teil ihrer Dienstreise schlicht als Auszeit von ihrem Arbeits- oder Privatleben.

Welche Gründe sprechen gegen Bleisure Tourism?

Die GBTA-Studie arbeitet außerdem heraus, warum sich Angestellte gegen Bleisure Travel entschieden. So hatten ganze 58 % zu wenig Zeit – etwa weil sie keine Urlaubstage übrig hatten oder das Unternehmen den Urlaub nicht genehmigte. Bei 18 % hingegen unterstützte die Unternehmenspolitik eine private Verlängerung grundsätzlich nicht. Ansonsten gaben die Befragten zu hohe Kosten an (14 %) oder dass sie kein Interesse am Reiseziel hätten (17 %).

Bleisure Travel: Das gibt es für Unternehmen zu beachten

Häufig besteht Bleisure Travel aus einer Kombination von Urlaubstagen und Arbeitstagen. Um Berufliches und Privates voneinander zu trennen, ist Transparenz wichtig – bei den Kosten ebenso wie bei der Tagesplanung. Voraussetzung dafür sind ein professionelles Reisekostenabrechnungs– und Travel-Management im Unternehmen.

Zusätzlich ist es essenziell, den Arbeitgeber rechtzeitig über die Pläne zu informieren und Organisatorisches abzustimmen. Dabei dürfen die Vermögensinteressen des Unternehmens nicht für private Zwecke missbraucht werden.

Bleisure Travel schafft eine Win-win-Situation für Angestellte und Unternehmen

Bieten Unternehmen Bleisure Travel an, erhöht das ihre Attraktivität. So erhalten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Chance, neue Urlaubsziele kennenzulernen und ihre Dienstreise mit einer privaten Auszeit zu verbinden. Betriebe profitieren dadurch von ausgeglichenen sowie motivierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Außerdem schaffen Unternehmen durch Bleisure Travel moderne Arbeitsbedingungen, die Angestellte in Zeiten von New Work ohnehin einfordern. Für sie ist der Trend zudem eine gute Möglichkeit, um vergünstigt an ein Urlaubsziel zu gelangen und neben den geschäftlichen Terminen ihre Zeit für private Interessen zu nutzen.

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